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Wiegedood DE DODEN HEBBEN HET GOED III

Black Metal, Century Media/Sony (4 Songs / VÖ: 20.4.)

6/ 7
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Beeindruckend chimärenhaft: Zwischen dem ersten und dritten Wiegedood-Album sind keine drei Jahre vergangen. Und doch liegen Welten dazwischen. Welten, wie sie in der extremen Metal-Szene derzeit wohl nur der belgische Hexenmeisterzirkel der Church Of Ra zu durchqueren vermag.

Teil eins der DE DODEN HEBBEN HET GOED-Trilogie erschütterte mit zähnebleckender Raserei im frühen Deafheaven-Stil. Schon der zweite Teil offenbarte das ganze schrecklichschöne Evangelium der Ra-Priester: Tollwütig, berstend vor roher Energie, dann wieder in stiller Andacht der Melancholie zum Opfer gefallen und durchaus auch mal burzumesk.

Nun also DE DODEN HEBBEN HET GOED III, und somit auch die nächste Häutung dieses serpentinen Biests. Erbarmungslos, grenzwertig gewalttätig produziert, angereichert mit gurgelndem Gekeife und Stakkato-Riffing voller Furor und Verzweiflung. Kennt jemand noch VITTRA von Naglfar? So, nur viel zerfetzender. Obschon eng verbunden mit Amenra und Oathbreaker (mit letzteren gerade pausierenden Ausnahme­metallern teilen sie sogar die gesamte Besetzung), gelingt auch Wiegedood die Formulierung einer ureigenen Sprache.

Einer Sprache, die Gewalt und Schönheit in einen Zustand der Trance zu verbinden weiß und dieser als Abschied von einem zu jung gestorbenen Freund ausgelegten Trilogie ein niederschmetterndes Finale beschert. Ob es danach noch weiteres Material der Belgier geben wird oder muss, weiß niemand. Die jetzt abgeschlossene Trilogie reicht aber locker aus, um Wiegedood einen ganz besonderen Ehrenplatz im Black Metal-Kanon des 21. Jahrhunderts zu sichern.
Björn Springorum

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