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S.O.D.: Debüt SPEAK ENGLISH OR DIE wird 40!

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Als Anthrax 1985 überraschend früh mit den Aufnahmen zu SPREADING THE DISEASE (1985) fertig wurden, blieb ihnen ein wenig Studiozeit übrig. Was folgte, war keine geplante Band-Gründung, sondern eine spontane Jamsession: Gitarrist Scott Ian und Schlagzeuger Charlie Benante trommelten kurzerhand Bassist Dan Lilker und Hardcore-Sänger Billy Milano zusammen. Innerhalb einer Woche entstand SPEAK ENGLISH OR DIE, das Debütalbum von Stormtroopers Of Death (S.O.D.).

S.O.D. in den Babyschuhen

Musikalisch war das Album ein explosives Gemisch aus Thrash Metal, Hardcore Punk und Speed Metal. Bands wie Corrosion Of Conformity oder English Dogs hatten zwar zuvor ähnliche Ansätze verfolgt, doch S.O.D. gelang es, eine echte Brücke zwischen den Szenen zu schlagen. Laut Allmusic war das Album „ein wichtiges Werk für die Fusion von Hardcore Punk, Thrash und Speed Metal“, und das spiegelt sich auch in seinem Einfluss wider: SPEAK ENGLISH OR DIE gilt noch heute als eines der bedeutendsten Crossover-Thrash-Alben aller Zeiten.

Provokation als Konzept

Die Texte? Rüde, unkorrekt, provokant. Doch wie Dan Lilker mehrfach betonte – etwa auf der DVD ‘Speak English Or Live’ oder im Interview mit Songfacts – kann man sie nicht für bare Münze nehmen: „Die Texte waren nie ernst gemeint. Es ging nur darum, Leute anzupissen.“ Das Maskottchen Sargent D, inspiriert von Iron Maidens Eddie, trug das Motto: „Ich bin kein Rassist, ich hasse jeden“. Dennoch wurde das Album beispielsweise in Kanada zeitweise verboten. Nicht jeder verstand den satirischen Unterton.

Die Idee zur Band entstand aus Langeweile: Während der Anthrax-Aufnahmen kritzelte Scott Ian einen Comic-Gitarristen, woraus wiederum das Konzept für S.O.D. wurde. Die Musik war roh, schnell und kompromisslos. Trotz (oder gerade wegen) der Kontroversen verkaufte sich SPEAK ENGLISH OR DIE über eine Million Mal weltweit. Es katapultierte die Mitglieder weiter nach oben und ebnete den Weg für spätere Projekte wie M.O.D. oder Nuclear Assault.

Das Erbe besteht bis heute

Rückblickend sagte Lilker 2014: „Heutzutage wäre es wohl schwieriger für das Album, weil die Leute kleinkarierter und sensibler sind. Man muss immer bedenken, dass wir nichts davon ernst gemeint haben.“ Und genau darin liegt die Kraft von S.O.D.: Ein musikalischer Mittelfinger, der sich nicht entschuldigt und dadurch ein ganzes Genre mitdefiniert hat.


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Nuria Hochkirchen schreibt freiberuflich unter anderem für METAL HAMMER. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.

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