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Saitenhieb: Keine verdammte Phase

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Liebe Rocker!

Bestimmt erinnert ihr euch noch an den Moment, als ihr der schönsten Nebensache der Welt verfallen seid: dem Heavy Metal! Liebe aufs erste Gehör, über beide Ohren; eine Liaison, bis dass der Tod uns scheidet – und selbst dann bangen wir mit Lemmy und Co. irgendwo da oben weiter. Die großen Helden der Szene feiern, die Nachbarn mit Iron Maiden, Metallica und Judas Priest beschallen, Platten kaufen, Poster aufhängen, die ersten Konzerte, das erste Festival. Gänsehaut!

Natürlich wollten wir unseren Mitmenschen auch optisch zeigen, wofür unser Herz fortan schlägt. Kutten, Nieten, Patches und ganz viel Schwarz standen nun auf der Kleiderordnung. So konnten wir Gleichgesinnte schon aus vielen Metern Entfernung ausmachen. Ein schüchternes Lächeln, ein flüchtiges Zunicken – die Metal-Gemeinde braucht keine großen Worte. Genauso wenig, wie sie folgenden, verflixten Satz braucht: „Diese Phase geht auch wieder vorbei.“

Ich weiß nicht, wie oft ich mir besagte Worte bisher anhören musste; selbst heute noch, im Erwachsenenalter. Natürlich formt man als Teenager seine Persönlichkeit. Was gestern „in“ war, kann morgen schon wieder „out“ sein. Nicht jeder bleibt auf ewig Metalhead, kein Problem. Im Alltag müssen wir, vor allem berufsbedingt, häufig vom präferierten Erscheinungsbild abweichen, auch völlig in Ordnung. Denn die Musik spielt im Herzen. Ich wage zu behaupten, dass kaum eine andere Szene solch eine treue Anhängerschaft aufweist, wie die Metal-Welt es tut.

Metal ist ein Lebensgefühl

Wir graben in ihrer Entstehungsgeschichte, analysieren die Wurzeln, entdecken immer wieder neue, großartige Bands und Künstler, saugen alles auf wie ein gigantischer Schwamm. Warum soll die Musik, der wir so viel Leidenschaft entgegenbringen, nur temporär bedingt sein, bloß ein „One-Hit-Wonder“? Warum fragt niemand all die Schlager-/Pop-/Radio-Hörer danach, ob sie denn endlich mal vernünftig werden wollen?

Wer besitzt das Recht, anderen vorzuschreiben, was „normal“ ist und was nicht? Metal ist viel mehr als nur eine Phase, Metal ist ein Lebensgefühl. Genauso wie auch HipHop, Techno, Rap, vielleicht sogar Schlager ein Lebensgefühl sein können. Eben jeder so, wie er gerne möchte.

Also, an alle Kleingeister da draußen: Diese Phase geht nicht wieder vorbei. Da könnt ihr lange warten. Oder noch so oft fragen. Wobei, nein, bitte nicht.

Eure Lisa

Wie seid ihr dem Metal verfallen? Wir freuen uns auf eure Erzählungen! Ihr erreicht die Autorin unter: redaktion@metal-hammer.de

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Studie: Heavy Metal schafft positive Gefühle

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