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Saitenhieb: Viva la CD

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Liebe Rocker!

Plötzlich wird man von der Gesellschaft abgestempelt, aufs Abstellgleis geschoben, bald als Alteisen entsorgt. Dabei möchte man doch nur das tun, was man sein ganzes Leben lang gemacht hat: CDs hören!

Okay, nicht das ganze Leben: Los ging es bei mir mit Schallplatten aus der elterlichen Sammlung (EAV und Opus), die erste eigene „Sammlung“ bestand aus Musikkassetten (von Benjamin Blümchen bis, ein paar Jahre später, AC/DC). Das wirklich bewusste Musikhören und -sammeln begann aber mit der ersten eigenen Stereoanlage inklusive CD-Teil. Damit öffnete sich eine neue Welt, und die Sammlung wuchs und wuchs.

Beim Stöbern im Supermarkt, Blättern im Katalog, Reinhören im Elektromarkt – überall gab es etwas zu entdecken und der heimischen Silberscheibenkollektion hinzuzufügen – zum immer wieder anhören, aber zu einem gewissen, wohl unbewussten Teil auch zur Identitätsstiftung: Das ist meine Musiksammlung, das bin ich! Und nun soll dieser Teil von mir ausgelöscht werden!?

Es steht nicht alles online

Vor Kurzem entpuppte es sich als Herausforderung, ein Küchenradio mit integrierter CD-Funktion zu finden (aus der Produktbeschreibung: „Fühlen Sie sich nostalgisch? Dann greifen Sie doch zu Ihrer Lieblings-CD“ – leider kein Witz!), später, einen Laptop mit CD-/DVD-Fach zu besorgen. Nichts gegen den praktischen Nutzen von Streaming-Diensten und die analoge Erhabenheit von Vinyl, aber: Immer öfter höre ich von Freunden und Bekannten, die ihre alten CDs mindestens eingemottet, meistens aber verkauft oder herzlos weggeschmissen haben.

„Steht ja alles online“, heißt es dann. Falsch! Es steht eben nicht alles online: Immer wieder laufen Lizenzen aus, Alben verschwinden von den Streaming-Diensten, sind dort nur noch in Remaster-Versionen oder ohne die Bonustracks zu finden, die man auf der CD immer am besten fand, weil sie sonst niemand kannte. Und vor allem sind die Alben dort unsichtbar. Ohne mein(e) CD-Regal(e) wäre an dieser Stelle der Wohnung eine leere Wand.

Keine Möglichkeit mehr, den Blick darüber schweifen zu lassen und zufällig an einem lange nicht gehörten Lieblingsalbum hängenzubleiben. Und keine Chance, Besuchern mit einem Handstreich in Richtung der Sammlung zu zeigen: Hier, das bin ich.

Ich lade jetzt den Akku meines Hörgeräts, wackle auf dem Krückstock zum Regal, fummle eine Silberscheibe aus der klapprigen Plastikverpackung und höre HELLFIRE CLUB von Edguy, mit Mille Petrozza als Gastsänger in ‘Mysteria’, dem Bonustrack (nicht auf Spotify).

Euer Sebastian

Habt ihr noch (volle) CD-Regale zu Hause? Ihr erreicht den Autor unter: redaktion@metal-hammer.de

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Internet-Fundstück: Black Metal-Katzen auf Twitter

Was könnte besser zusammenpassen als eiskaltes, frostgebissenes Schwarzmetall und Mitbewohner, die ihre Menschen oftmals ebenso verachten, wie der gemeine Black Metal-Künstler die Menschheit an sich? Das hat sich wohl auch der Betreiber des Twitter Accounts ‘Black Metal Cats’ gedacht, als er anfing, die Bilder von majestätischen Stubentigern mit den Texten finsterer Black Metal-Songs zu verbinden. Das Ergebnis? Mehr als sehenswert. Wer also seine tägliche Dosis Cat-Content mit seiner täglichen Dosis Schwarzmetall verbinden möchte, der ist hier genau richtig. Into eternal nights, hearing the call of the wintermoon. pic.twitter.com/rInhFL1mjp — Black Metal Cats (@evilbmcats) 2. Februar 2016  
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