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Sevendust wollten sich zwischenzeitlich auflösen

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Sevendust standen offenbar kurz dem Aus. Die Alternative-Metaller aus Atlanta, Georgia haben laut Angaben von Schlagzeuger Morgan Rose vor anderthalb Jahren ernsthaft und inklusive handfesten Plänen darüber diskutiert, ob sie ihre Band auflösen sollen. Das am 1. Mai 2026 erscheinende neue Studiowerk ONE sollte in diesem Rahmen das Abschiedsalbum des Quintetts werden. Doch letztlich entschied sich die Gruppe für eine Kehrtwende um 180 Grad.

Rückzug vom Rückzug

„Wir hatten diese Phase, in der wir einfach nicht so viel auf Tour waren“, holt der Sevendust-Trommler aus im Gespräch mit Stan Bicknell aus. „Wir dachten, dass wir das Flugzeug landen werden und es zu einem Farewell-Ding verlangsamen. Darüber hatten wir sicher gesprochen. Dann geschahen jedoch ein paar andere Dinge, und wir dachten uns: Anstatt die Karre hier zu parken, warum schalten wir nicht einfach ein paar Gänge höher, gehen so hart auf Tour, wie wir nie auf Tour waren, und lassen die Karre ausbrennen? Gehen wir Dinge an, die wir noch nicht gemacht haben. Über Nacht veränderte sich die Entscheidung also von ‚Wir werden uns zur Ruhe setzen‘ hin zu ‚Nein, nein, nein, wir werden jetzt tatsächlich den Afterburner zünden‘.“

Weiter führt Morgan aus: „ONE sollte unser letztes Album werden. Wir hatten bereits einen Entwurf für alles, einen ganzen Plan. […] Ich habe ein paar Mal geweint, während wir darüber nachdachten. Wir haben so viele Menschen kennengelernt. Die Sevendust-Community steht sich sehr nahe. Wir hatten nicht den Luxus eines Majorlabels oder das zugehörige Geld. Also haben wir uns von Anfang an reingekniet. Und dann wurden wir in der Mitte unserer Karriere wirklich schlecht behandelt. Die Leute standen lange genug zu uns, sodass wir wieder auf die Beine kamen. Und dann fanden wir endlich jemanden, dem wir vertrauen konnten, und der das Geschäft kannte und die Leute fingen an, Stück für Stück zu uns zurückzukommen.“

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Anschließend erzählt Rose davon, wie Sevendust Kontakt und auch Beziehungen zu Fans aufgebaut haben, wie sie mit ihnen zu Abend gegessen oder Kaffe getrunken haben. „Wir haben das regelmäßig gemacht. Und dann heißt es eines Tages: Wir ziehen einen Schlussstrich. Für mich bedeutete das: Diese Menschen sind für mich gestorben. Denn ich treffe sie niemals außerhalb von Sevendust. Jeder Gig würde also einen weiteren Tod in der Familie darstellen. Und es gibt Tausende von diesen Leuten, die man gern hat, und die man nicht mehr wiedersieht. Also hat mich das emotional echt mitgenommen. Als wir uns entschlossen hatten, das nicht zu machen, fühlte ich mich einfach verjüngt, weil ich dem nicht gegenübertreten musste. Es war wirklich aufregend.“


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Lothar Gerber schreibt freiberuflich unter anderem für METAL HAMMER. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.

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