Im Herbst 2025 geriet der Streaming-Anbieter Spotify erneut in die Kritik. Diesmal aber, weil Nutzer ohne Premium-Plan Werbeanzeigen der US-Amerikanischen Einwanderungs- und Zollbehörde ICE (Immigration and Customs Enforcement) bekamen. Nun bestätigte Spotify Variety gegenüber, dass es die Werbung seit Anfang des Jahres nicht mehr auf Spotify gebe.
Keine ICE-Werbung
Die Anzeigen waren Teil einer 30 Milliarden Dollar schweren Investition Donald Trumps, um bis Ende 2025 10.000 mehr Abschiebungsagenten zu rekrutieren. Variety hakte im Zuge der Erschießung einer Frau in Minneapolis am 7. Januar durch einen ICE-Agenten bei Spotify nach, ob die Werbung noch gespielt würde.
Ein Vertreter Spotifys konnte bestätigen, dass die Anzeigen schon länger nicht mehr an Nutzer ausgespielt wurden. Der Streaming-Anbieter hatte lange daran festgehalten, dass die Werbung nicht gegen seine Richtlinien verstieß. Er hatte sie deswegen trotz großer Kritik lange weiterlaufen lassen. Auch jetzt ist nicht bekannt, warum genau die Werbung eingestellt wurde.
Verantwortung übernehmen
Die gemeinnützige Organisation Indivisible Project hatte damals zum Boykott des Streaming-Diensts aufgerufen. Ezra Levin, Co-Gründer und Co-Direktor der Organisation, sagt: „Diese Werbeanzeigen waren Teil einer von Trump unterstützten Initiative, Abschiebungen zu beschleunigen und staatliche Gewalt zu normalisieren.
Diese Anzeigen zu beenden, macht den Schaden, der angerichtet wurde, nicht rückgängig. Es entbindet Spotify und andere Tech-Unternehmen, die Geld von der Regierung annehmen, um Rekrutierungen für Abschiebungsmaschinen zu bewerben, nicht von ihrer Verantwortung“, bekräftigt Levin in seinem Statement.
Gewalt gegen Gemeinschaften
Er führt im Namen von Indivisible weiter aus: „Verantwortung übernehmen bedeutet, dafür zu sorgen, dass diese Anzeigen nie wieder erscheinen, die Transparenz bei staatlichen Werbeausgaben zu erhöhen und sich zu einer Politik zu verpflichten, die keine Gewalt gegen unsere Gemeinschaften ermöglicht.“
ICE fahndet in den USA bewaffnet nach Menschen ohne Aufenthaltsgenehmigung. Die Behörde ist für ihre maskierten Zugriffe und Brutalität bekannt, bei denen oft auch US-Bürger aufgrund ihrer Hautfarbe ins Visier geraten. Am 7. Januar wurde eine unbewaffnete Frau in Minneapolis in ihrem Auto von einem ICE-Agenten mit drei Schüssen erschossen. Aktuell gibt es in den USA landesweite Proteste deswegen.
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