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Theologe über die Theodizee-Frage in der Metal-Musik

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Warum lässt Gott das Leid in der Welt zu? Laut dem katholischen Theologe Manuel Raabe bestimmt diese Frage, die „Theodizee-Frage“, das Gottesbild in der Metal-Musik. Im Interview mit Deutschlandfunk analysiert Raabe die Texte von Lemmy, Ozzy, Slayer und Co..

Um zu verstehen was Metal-Musiker von Gott halten und warum sie ihn mehrheitlich ablehnen, hat der Theologe Manuel Raabe in seiner Doktorarbeit Textzeilen von bedeutenden Künstlern des Genre analysiert. In einem Text von Ozzy Osbourne zum Song ‘Diggin‘ Me Down’ heißt es da: „Wo bist du Vater, warum rettest Du uns nicht?“

Das ist die klassische Theodizee-Frage par excellence. Auch Motörhead-Legende Lemmy Kilmister befand einst im gleichnamigen Song „God was never on your side“ („Gott war niemals auf deiner Seite“). Und in einem anderen Text von Lemmy heißt es „Gott hat ein Herz aus Stein“. Für Metal-Fan und Metal-Forscher Manuel Raabe ist eben der Song ‘Don’t Let Daddy Kiss Me’ zentral für das Gottesbild von Lemmy Kilmister.

Scheiß auf Gott und scheiß auf den Teufel und auch auf die Kirche. Ich allein bin verantwortlich für meine Taten. Ich muss mich hinter nichts verstecken. Ich habe es getan, was auch immer ich getan habe.“ – Lemmy Kilmister

Außerhalb dieses Songs hat er sich mal in einem Interview geäußert dazu, dass er gesagt hat, solange, wie solche Dinge passieren, kann es für ihn keinen Gott geben“, erklärt Raabe gegenüber Deutschlandfunk. „Und wenn da doch einer ist im Prinzip, dann muss er Mittagspause haben, weil ihn das Leid Unschuldiger einfach nicht zu interessieren scheint und er dort einfach nicht eingreift. Und da sind wir natürlich mittendrin in der Theodizee-Frage.“

Auch bei Slayer fand er ähnliche Anzeichen. Der Song ‘God Hates Us All’ („Gott hasst uns alle“) sage im Prinzip genau dasselbe aus.

Die Kritik an dem Gottes- und Religions-Bild in der Metal-Musik sei laut dem katholischen Theologen aber „überholt“ und ginge „natürlich an der Theologie vorbei“. Raabe findet sich, seine Disziplin und letztlich Religion und Gott in dieser Deutung nicht wieder. Schließlich scheint aber auch er einzusehen, dass dieses Problem ein hausgemachtes der Theologie ist, da sie für ihre Außenwirkung die größte Mitverantwortung trägt.

Und so schließt der Kollege Christian Röther vom Deutschlandfunk folgerichtig: „So können von Motörhead, Black Sabbath oder Slayer vielleicht unerwartete theologische Impulse ausgehen. Denkanstöße für Theologen, die ihr Publikum mit ihrer Botschaft weniger gut erreichen als die Rockstars.“

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