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Thrice + Waterdown Live Bericht

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Aller guten Dinge sind: Thrice. Zwar haben die vier kalifornischen Post-Hardcore-Helden auf ihrem aktuellen vierteiligen Konzeptwerk EARTH & AIR sowie FIRE & WATER dem alten Stil zum Leidwesen vieler Fans abgeschworen und den sphärischen Art-Rock-Schongang eingelegt, doch das muss man ihnen nachsehen. Immerhin hatten sie mit dem Vorgänger VHEISSU bereits musikalische Perfektion erreicht und mussten sich danach auf die Suche nach neuen Wegen und Klängen begeben. Denn nichts ist schlimmer, als ein Meisterwerk zu kopieren.

Kümmerliche zwei Shows spielen Thrice nun in Deutschland – auch damit stellt man die mühsam erspielten Fans auf eine harte Probe. Und für die, die es nach Hamburg oder Münster geschafft haben, stellt sich überdies die bange Frage: Was darf man hier live erwarten? Frönen die Jungs um Mastermind Dustin Kensrue jetzt nur noch dem schwer zugänglichen neuen Stil oder haben sie auch noch ein paar ihrer grandiosen Brecheisen in der Setlist? Kollektive Erleichterung: Sie haben – und zwar ordentlich!

Als Support öffnen zuerst die Osnabrücker Kollegen Waterdown die Schleusen und fluten den Saal mit sauberen Hardcore-Salven, unbändiger Energie und guter Laune. Nach einem stattlichen Gig und kurz bevor Sänger Zacken unter seinem flauschigen Polar-Fleece in der brütenden Hitze der Markthalle zusammenbricht, werden Waterdown unter berechtigtem Applaus in den wohlverdienten Feierabend geschickt.

Während der Pause steigt die Spannung von Minute zu Minute – man kann sie förmlich aus der humiden Atmosphäre der gefürchteten Hamburger Tropen-Halle herauswringen. Und dann endlich ist es so weit: Mit ‘All That’s Left’ eröffnen Kensrue und Konsorten ihr Set – und nehmen damit allen Zweiflern mit einem mächtigen Donnerschlag den Wind aus den Segeln. Thrice haben nichts an Intensität, Wucht und Größe verloren, im Gegenteil: Durch geschickte Kombination der harten alten mit den verspielteren neuen Songs können sie live nun noch flexibler, abwechslungsreicher und dramatischer operieren.

Kensrues Stimme beschert wie beim einzigartigen ‘For Miles“ im einen Moment Gänsehaut und zerreißt im nächsten mit markerschütterndem Kreischen das Trommelfell. Mal steht er wie ein Redner am Synthie-Pult und haucht verträumt ins Mikro, dann explodieren er und seine Saiten-Außenstürmer Teppei Teranishi an der Gitarre und Eddie Breckenridge am Bass bei der Band-Hymne ‘The Artist In The Ambulance’ wie pubertierende Teenager. Zwar knistern die Boxen von Zeit zu Zeit, doch im bunt gemischten Publikum knistert es noch stärker: ob vorne im tosenden Moshpit, auf den andächtig schwelgenden mittleren Rängen oder in der Theken-Peripherie.

Mit einem großartigen Auftritt haben Thrice alles richtig und alte wie neue Fans glücklich gemacht. Schade, dass das in Deutschland dieses Jahr nicht viele von ihnen sehen konnten.

Bilder von beiden Bands findet ihr oben in der Bildergalerie, die Setlist gibt es weiter unten.

Benjamin Foitzik

Setlist Thrice:

– All That’s Left
– Silhouette
– Firebreather
– Digital Sea
– The Messenger
– Child Of Dust
– For Miles
– The Whaler
– The Earth Isn’t Humming (Frodus Cover)
– The Artist In The Ambulance
– Broken Lungs
– Stare At The Sun
– Hold Fast Hope
– Daedalus
– Deadbolt
– Red Sky
—————–
– Come All You Weary
– The Earth Will Shake

Weitere Live-Berichte:
+ Bring Me The Horizon + The Legacy live in London
+ Partysan Open Air 2008 – 120 Bilder online
+ Wacken:Open:Air 2008 – Bildergalerie von allen Tagen

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