Es war das Jahr 2001, als fünf junge Musiker aus Massachusetts mit einem Debütalbum aufschlugen, das klang, als hätte jemand At The Gates mit Earth Crisis in einen Betonmischer geworfen – und das Ergebnis mit purer Überzeugung auf CD gepresst. THE STINGS OF CONSCIENCE war zugleich Startschuss und Manifest für Unearth. Dieses frühe Zeugnis einer Szene, die gerade erst begann, sich selbst zu definieren, feiert heute seinen 25. Ehrentag.
Unearth stehen für Authentizität
Produziert von Adam Dutkiewicz (Killswitch Engage) war das Album ein Paradebeispiel für das, was Metalcore sein konnte, bevor der Begriff inflationär wurde. Breakdowns, Melodien, Groove: alles da, aber ohne die polierte Gefälligkeit späterer Generationen. Unearth klangen, als hätten sie sich geschworen, nie etwas zu tun, das nicht zu hundert Prozent sie selbst war. Diesen Schwur brachen sie bis heute nicht. Selbst ihr letztes Werk THE WRETCHED; THE RUNIOUS (2023) tritt noch in die Fußstapfen dieses Debüts – nicht als Kopie, sondern als konsequente Weiterentwicklung.
Sänger Trevor Phipps, Buz McGrath und Ken Susi an den Gitarren, Bassist Chris „Rover“ Rybicki und Schlagzeuger Mike Rudberg bildeten das ursprüngliche Line-up. Phipps benötigte jedoch etwas mehr Überredung und stieß erst nach einer überstandenen Blinddarmentzündung dazu. Rudberg war es, der der Band ihren Namen gab. Seine Idee war es, einen Klang zu erschaffen, der Hardcore und Metal nicht nur vereint, sondern neu denkt und an die Oberfläche bringt. Genau das taten sie auch.
Steile Karriere
Bereits 1999 veröffentlichte Unearth die EP ABOVE THE FALL OF MAN, die ihnen einen Deal mit Eulogy Recordings einbrachte und so den Weg für das Debüt ebnete. Aufgenommen im September 2000 in Westfield, Massachusetts, war THE STINGS OF CONSCIENCE ein Album, das musikalisch überzeugte und auch inhaltlich Haltung zeigte: Die Texte drehen sich rund um soziale Missstände, innere Konflikte und den Kampf gegen Ignoranz.
Große Wünsche, große Pläne
Heute sind Unearth eine etablierte Größe, haben Bühnen mit Slayer, Whitechapel und Lamb Of God geteilt – und nie ihren Kurs geändert. THE STINGS OF CONSCIENCE bleibt dabei ihr rohes, ehrliches Fundament. Allmusic nannte es einst „den heiligen Gral der neuen Generation Hardcore, die sich vom europäischen Metal hat beeinflussen lassen“. Wer das Album heute hört, weiß: Das war keine Übertreibung. Auch 25 Jahre später klingt Unearths Debüt noch immer wie ein Faustschlag gegen musikalische Beliebigkeit. Wer Metalcore verstehen will, muss hier anfangen.
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