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Verhaftung von 18 Cannibal Corpse-Fans in St. Petersburg

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Am Sonntag dem 12. Oktober verhaftete die russische Polizei laut St. Petersburg Times erneut Fans von Cannibal Corpse. Die Fans der Death Metaler protestierten gegen die Absage einer weiteren Russland-Show, die dieses Mal im Kosmonavt Music Club in St. Petersburg stattfinden sollte.

Der Konzertorganisator begründete die Absage mit “technischen Ursachen“. Die Cannibal Corpse-Anhänger glauben aber, dass es sich um die Folge der Beschwerden von Dmitry “Enteo“ Tsorionov handelt. Tsorionov ist der Kopf der russisch-orthodoxen Glaubensbewegung “ Gottes Wille“.

Er wirft Cannibal Corpse vor, ihre Texte würden detailliert Vergewaltigung und Mord and Kindern beschreiben und außerdem “Hass auf Religionen“ schüren – und damit gegen das russische Anti-Blasphemie-Gesetz verstoßen.

Seit Juli 2013 gilt diese Gesetz in Russland, das Strafen bis hin zu Gefängnis für die Verletzung der “Gefühle von religiösen Gläubigen“ vorsieht. Seit Juni diesen Jahres wurden bereits Konzerte von Marilyn Manson und Behemoth infolge von religiös motivierten Protesten abgesagt.

NUR 4 VON 8 AUFTRITTEN FINDEN STATT

Auch die für vom 2. bis zum 12. Oktober geplante Russlandtour von Cannibal Corpse stand unter keinem guten Stern. Von den acht vorgesehenen Shows fanden nur vier statt. Der Gig des 5. Oktobers in Ufa musste abgesagt werden, als der Auftrittsort kurzfristig aus “technischen Ursachen“ schloss.

Am 10. Oktober stürmten maskierte Polizisten nach 30 Minuten das Konzert in Nischni Nowgorod und inhaftierten Fans für gemeinschaftliche Drogentests. Ein Petition an die Stadtverwaltung, welche die Drogentests lediglich als Vorwand für einen Stop des Cannibal Corpse-Gigs und Akt der Zensur bezeichnete, blieb unbeantwortet.

Die Moskau-Show am 11. Oktober wurde schließlich beendet, als die Fans schon am Konzertort versammelt waren, bevor es schließlich beim darauffolgenden Konzert am 12. zur Verhaftung von 18 Fans für “ ungebührliches Benehmen“ und “öffentliche Trunkenheit“ kam.

DIE SITUATION ESKALIERT

An dem Sonntag hatten sich bereits mehrere hundert Fans vor dem Kosmonavt in St. Petersburg versammelt, als ein Anwesender das Schreiben des Veranstalters verlass, der ebenfalls “technische Ursachen“ als Anlass für die Absage angab.

Das Schriftstück wurde schließlich von einem der Anwesenden unter Beifallrufen verbrannt. Als die Türen weiterhin geschlossen blieben, begannen die Cannibal Corpse-Fans den Bandnamen und Beleidigungen von “Gottes Wille“-Führer Tsorinow zu singen und die gegenwärtige Kremlpolitik zu kritisieren.

Die bereits anwesende Polizei verständigte Verstärkung, nachdem angeblich Flaschen in ihre Richtung flogen, versuchte die Zufahrtsstraße zu blockieren und verhaftete schließlich in Kampfmontur insgesamt 18 Fans. Laut Augenzeugen wurden mindestens zwei der Protestierenden von ca. einem Dutzend Polizisten mit Schlagstöcken attackiert.

CANNBIAL CORPSE HOFFEN AUF BESSERUNG

Cannibal Corpse geben in einem Statement zu den Vorfällen einen Einblick in die Schikanen der russischen Obrigkeiten. Die Petersburger Show durfte demnach wegen “falscher Visa“ unter Androhung von Verhaftung und Landesverweis nicht gespielt werden.

“Wir sind extrem enttäuscht“, so Cannibal Corpse. „Wir haben bereits häufig in Russland gespielt und lieben unsere russischen Fans. Hoffentlich wird sich die Situation für uns in Russland wieder ändern und wir die Möglichkeit haben zurückzukommen.“

Ein Bericht des russischen Fernsehens über den Vorfall und ein Video, in dem ein anwesender Fan die Ereignisse der St. Petersburg-Show kommentiert, könnt ihr hier sehen:

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