Vinnie Paul: Sechster Todestags des Pantera-Drummers

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Panteras Aufstieg von einer mäßig populären Glam Metal-Band zu einer dominierenden Macht im Thrash- und Groove Metal wird gerne hauptsächlich Sänger Phil Anselmo zugeschrieben. Doch es war vor allem Schlagzeuger Vinnie Paul, der mit seinem treibenden Doublebass-Spiel eine Schlüsselrolle in dieser Metamorphose spielte.

Kein Aufgeben für Vinnie Paul

Vincent Paul Abbott, kurz Vinnie Paul, erblickte am 11. März 1964 in Abilene, Texas, das Licht der Welt. Sein Vater Jerry Bob Abbott, selbst Musiker, brachte ihn und seinen Bruder Darrell Lance Abbott, auch als Dimebag Darrell bekannt, schon früh mit der Musik in Berührung. Paul entwickelte eine Leidenschaft für das Schlagzeug, inspiriert von Künstlern wie Peter Criss von Kiss und Tommy Aldrige, der damals mit Pat Travers spielte. Er bewunderte zudem Größen wie John Bonham, Mikkey Dee, Neil Peart, Tommy Lee, Alex Van Halen und viele andere Drummer. Als dann der Trend aufkam, Doublebass zu spielen, war Vinnie besonders inspiriert. 1983 überredete er seinen Vater, ihm eine zweite Bassdrum zu kaufen.

Während des explosionartigen Aufschwungs des Metal in 1980er Jahren widmete sich Paul intensiv dem Training seiner Geschwindigkeit, Präzision und Ausdauer. Aber auch das rhythmische Element des Groove war ihm ein großes Anliegen. Im Alter von nur 17 Jahren gründete der Musiker die Band Pantera und überredete seinen jüngeren Bruder, sich als Gitarrist der Gruppe anzuschließen – diese Entscheidung sollte später zu weltweitem Ruhm führen. Pantera prägten nicht nur das Genre des Groove Metal, sondern werden auch als bedeutender Teil der zweiten Welle des Thrash Metal angesehen. Interne Spannungen führten jedoch dazu, dass sich die Formation 2003 auflöste. Dies hinderte Paul aber nicht daran, seine Musikkarriere fortzusetzen.

Sein Bruder rief seinerseits Damageplan ins Leben. Doch das tragische Ableben von Dimebag Darrell im Jahr 2004 beendete abrupt die Zukunft dieser Gruppe. Für den Schlagzeuger – und natürlich das Metal-Universum – war das ein herber Verlust. Dennoch gab der Musiker weiterhin nicht auf und schloss sich nach einer kurzen Auszeit Hellyeah an. In der Zeit von 2006 bis 2017 war er an der Aufnahme von fünf Studioalben beteiligt.

Unersetzlich und selbstlos

Nur ein Jahr nach der Veröffentlichung von UNDEN!ABLE (2017) musste sich die Welt auch von Paul verabschieden. Mit 54 Jahren verstarb er plötzlich an einem schweren Herzinfarkt. „Vinnies Tod war ein Weckruf für uns alle“, erinnert sich Hellyeah-Gitarrist Tom Maxwell in einem Gespräch. Die Mitglieder der Supergroup, einst bekannt für ihren intensiven Alkoholkonsum und wilden Rock’n’Roll-Lifestyle, gewannen durch den verstorbenen Künstler eine neue Perspektive. Zu Ehren seines Andenkens veranstalteten sie ein Gedenkkonzert mit dem Titel „A Celebration Of The Life Of Vinnie Paul“. Dieses fand in Las Vegas statt, der Wahlheimat von Paul, die sogar seinen Geburtstag offiziell zum „Vinnie Paul Day“ ernannte. Ein Teil der Einnahmen aus dem Konzert ging an die American Heart Association (AHA).

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Hellyeah fanden in Roy Mayorga einen neuen Schlagzeuger und gingen mit ihm auf Tour, wobei auch hier ein Teil der Erlöse an die AHA gespendet wurde. Dennoch betonte Maxwell, dass Paul als Musiker und Freund unersetzlich sei. „Vinnie war ein Pionier des Hard Rock-Metal-Schlagzeugs“, erklärt der Gitarrist. „Er steht neben Größen wie John Bonham und Keith Moon. Er war großzügig, positiv und wie der Weihnachtsmann. Es ging nie nur um ihn…Er wollte, dass jeder um ihn herum eine gute Zeit hat.

Rest in power, Vinnie!


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