Alben
Cradle Of Filth
Midnight In The Labyrinth
Black Metal
von Robert Müller
Foto:
Universal
Marilyn Manson, The High End Of Low Cover
Nach dem im Nachhinein etwas arg glatten EAT ME, DRINK ME scheint Mr. Manson – zumindest rein verbal – wieder den Stachel ausfahren zu wollen. Er habe sein Feuer wieder, ließ er verlauten und suggerierte, dass THE HIGH END OF LOW zurück zu einstiger MECHANICAL ANIMAL-Herrlichkeit ginge. Nun ja...
Song-Titel wie ‘Pretty As A Swastika’ („Hübsch wie ein Hakenkreuz“) oder ‘Arma-Goddam-Motherfuckin-Geddon’ markieren eindeutig einen erstarkten Willen zur Kontroverse und überzeugen ganz nebenbei mit industrieller Härte – aber dazwischen tut sich auch wieder viel doch eher gepflegt Geschmäcklerisches: von Southern Rock (‘Leave A Scar’) über Country (‘Four Rusted Horses’) bis (verteilt über gefühlt mindestens ein Drittel der Riffs) viel Iggy-Pop-beeinflusstem Punk.
Für alle, die an Mansons Worte und auch an die Rückkehr seines alten Weggefährten Twiggy Ramirez (bedient alles, was Saiten hat) große Hoffnungen geknüpft hatten, sicher ein Dämpfer. Aber auch ein Garant für ein üppiges, abwechslungsreiches Album: Für mich war es immer die große Stärke von Marilyn Manson, dass bei all den vollmundigen Inszenierungen die musikalische Substanz nie zu kurz kam und sich vor allem nicht – wie sonst bei vielen Industrial Metal-Bands – in reinen Gesten erschöpfte.
Nur beim epischen Mittelpunkt von THE HIGH END OF LOW, dem neunminütigen ‘I Want To Kill You Like They Do In The Movies’, hat sich der Meister ein wenig verhoben: Untermalt vom angekündigten Video, mag das funktionieren, so ist es einfach nur öde. Ansonsten aber ein sehr solides Album.
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