Rotting Christ AEALO Review

Rotting Christ AEALO Review


Ihr letztes Album THEOGONIA stand schon für eine Rückwendung zur schwarzmetallischen Finsternis, doch mit AEALO haben es die Griechen geschafft, inmitten der Dunkelheit das Feuer des okkulten Mystizismus neu zu entfachen. Endgültig vorbei sind die Zeiten gefälliger, Moll-tönender Riff-Kultur, hier treffen schroffe, fast Industrial-mäßig repetitive Härte und kalkulierter Bombast auf ausgefeilte exotische Klangfarben zwischen Fernost und griechisch antik.

Wer Groove braucht, bekommt den Schierlingsbecher, stattdessen regieren rituelle Song-Strukturen und hypnotische Beat-Attacken – und wer jetzt an (alte) Samael denkt, liegt nicht völlig verkehrt, vor allem wenn mit ‘Noctis Era’ die erste Hymne einmarschiert.

Überhaupt steigert sich AEALO von Song zu Song, die Höhepunkte finden sich fast alle in der zweiten Hälfte: das magisch fordernde ‘… Pir Threontai’, ‘Thou Art Lord’, das unter Mithilfe von Primordial-Sänger Alan Nemtheanga die gotische Pracht der mittleren Rotting Christ-Schaffensphase perfekt in den Kontext dieses Album übersetzt, das atemlos hysterische ‘Santa Muerte’ und als Gänsehaut-Rausschmeißer die geniale Metal-Cover-Version eines Songs der griechischen Avantgarde-Ikone Diamanda Galas – von der Diva selbst gesungen.

Robert Müller


Diese und viele weitere Rezensionen gibt es in der März-Ausgabe des METAL HAMMER.