Alben
Cradle Of Filth
Midnight In The Labyrinth
Black Metal
von Andreas Schöwe
Foto:
Nuclear Blast
Edguy, Tinnitus Sanctus, Cover
Die Fuldaer Rocker um Frontmann Tobias Sammet machen es dem Hörer diesmal nicht leicht, Bindung zu ihrer neuen – wohl gleichzeitig experimentellsten wie ambitioniertesten – Scheibe zu finden.
Schuld ist der Gitarren-Sound, der eher modern-schrammelig statt Edguy-typisch traditionell daherkommt. So werden auch mal – wie in den Eröffnungs-Tracks ‘Ministry Of Saints’ und ‘Sex Fire Religion’ – Sphären tangiert, die der Kenner eher mit leicht grungigem Brit-Pop, erdigen Klängen à la Zakk Wylde/Black Label Society oder gar Seattle-Sounds assoziiert.
In der Folge spannt der Fünfer sogar den Bogen zu rockigen, zeitgemäß ausgelegten Queen oder U2 (‘Thorn Without A Rose’, ‘9-2-9’), kriegt aber vor dem ultimativen Durchdrehen immer noch die Kurve: Sei es mit dem mystisch-epischen, Dio-inspirierten ‘Dragonfly’, der (endlich einmal) klassischen, selbst Helloween und Gamma Ray zur Ehre gereichenden Speed-Hymne ‘Speedhoven’ oder dem (ebenfalls traditionellen) Riff-Rocker ‘Dead Or Rock’.
Und auch ihren Humor haben sich die Buben erhalten, wie zum Schluss das David Lee Roth-verdächtige Ulkliedchen ‘Aren’t You A Little Pervert, Too?’ beweist – eine Nummer im Country-Singer/Songwriter-Ambiente, die fast schon wie eine schmunzelnde Rechtfertigung dafür klingt, dem nach gewohnter Kost lechzenden Puristen heuer einige musikalische Nüsse zum Knacken gegeben zu haben. Aber sind wir nicht alle ein bisschen gaga?
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