Solitär agierende Frauen in der extremen Musikwelt gibt es wirklich nicht viele. Chelsea Wolfe oder Anna Von Hausswolff operieren irgendwo zwischen Doom, Indie und Proto-Goth; im waschechten Metal wird die Zahl noch geringer.
Logisch, dass ein Projekt wie Myrkur eine Menge Staub aufwirbelt, aber von einigen vorschnell als seelenloser und überhypter Burzum-Klon abgetan wird. Von seelenlos kann man bei der Norwegerin hinter Sylvaine zwar nicht sprechen – ein Klon ist allerdings auch sie, wenn man ehrlich sein will. Von Alcest. Genauer gesagt: Von jener wegweisenden Schaffensphase der Franzosen, als sie ihre Black Metal-Insignien noch nicht gänzlich abgelegt hatten, sich aber längst nach einem neuen, träumerischen und federleichten Ausdruck umgesehen haben. WISTFUL heißt das Album, dessen Songs in leichter Abwandlung auch auf dem zweiten oder dritten Alcest-Album oder bei Les Discrets stehen könnten. Ätherisch und anmutig ist die Musik, gewiss ist sie das.
Sie bietet wunderbare Stimmung, gibt sich im Gitarren-Sound auch ruppiger als Frankreich – Norwegen, eben. Allein bleibt das etwas seltsame Gefühl zurück, das alles eben schon mal gehört zu haben. Nicht unbedingt in besser, aber eben nicht als Kopie. Alcest-Kopf Stéphane Paut scheint das nicht zu stören: Er nahm Sylvaine schon mal mit auf Tour und ist auch als Gast-Drummer zu hören. Andersweltliche unter sich…
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