Man kann sie lieben oder hassen, eines sind Twitching Tongues jedoch auf keinen Fall: gewöhnlich. Sie sind die Außenseiter, die mit ihrem Metal-Hardcore-Hybrid nirgendwo so recht reinpassen (wollen). Sie sind die Kids, die auf dem Schulhof einsam ihre Bücher lesen und gar kein Interesse daran haben, mit den anderen zu spielen.
Und genau das macht sie so interessant. Deswegen fanden sie mit ihren ersten beiden Alben nicht nur Anhänger unter den Menschen, deren Lieblingsalben in den Neunzigern von Bands wie Type O Negative oder Life Of Agony veröffentlicht wurden, sondern auch unter muskelbepackten Unterhemdträgern, die im Pit ihre Fäuste schwingen. Doch Twitching Tongues haben hier immer wieder Probleme, zu alter Stärke zurückzufinden. Klar, Songs wie ‘Asylum Avenue’ und ‘Insatiable Sin’ sind ein echter Schlag in die Magengrube, und wenn Colin Young „Love is a lie, forged by mankind“ grölt, fühlt man all seinen Weltschmerz.
Doch es fehlen die ungeschliffene Härte, die sanften Töne, das Überraschungsmoment, wie man es von ‘In Love There Is No Law’ oder ‘Departure’ kennt. Mit dem Dark Wave-angehauchten ‘Arrival’ sind die Kalifornier zu bemüht, einen musikalischen Kontrastpunkt zu setzen, und das achtminütige Abschlussepos ‘Cruci Fiction’ erweist sich als echte Geduldsprobe. „Wir haben endlich das Album geschrieben, das wir immer machen wollten“, erklärt Young. Doch der Vorgänger war stärker.
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