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Wintersun Time I

Epic Metal, Nuclear Blast/Warner 5 Songs / 40:07 Min / 19.10.2012

6.0/ 7
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Foto: METAL HAMMER

Bombastisch, episch, majestätisch – das sind die Adjektive, um die man hier so schwer herum kommt wie um Flachwitze der Marke „wurde ja auch Zeit“. Und etwas Zeit sollten Wintersun-Fans tatsächlich mitbringen, denn bei den ersten Durchläufen kann TIME I schnell überfordern.

Die schiere Masse an Orchesterspuren, instrumentalen Zwischenspielen und überspannten Melodiebögen erschlägt regelrecht. Das ist sowohl die größte Schwierigkeit als auch der größte Reiz des Albums: In den drei rund zehnminütigen Songs (plus zwei Instrumentals) passiert so viel wie anderswo in sechs oder mehr Stücken. Aus diesem Grund verhallen Beschwerden, dass nur drei neue Songs acht Jahre nach dem Debüt eine Frechheit seien, ungehört im Land von Schnee und Kummer. Wie viele Details Wintersun-Alleinherrscher Jari Mäenpää in ‘Sons Of Winter And Stars’, ‘Land Of Snow And Sorrow’ und ‘Time’ gesteckt hat, ohne das große Ganze aus den Augen zu verlieren, ist schlicht bezaubernd.

Viel Ausdruck, viel Bombast, viel Fantasy, viel Melancholie – nicht nur Fans von Blind Guardian, Nightwish und (klar) Ensiferum werden bei den zahllosen heroischen Höhepunkten zerfließen, mit der Faust gen Himmel gerissen. Wenn man TIME I eins vorwerfen kann, dann, dass es ohne TIME II unabgeschlossen wirkt. Aber die relativ kurze Wartezeit darauf kriegen wir auch noch bewältigt.


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