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15 Jahre ohne Scott Columbus (Manowar)

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Heute jährt sich der Tod von Scott Columbus zum 15. Mal. Für viele Metalheads ist sein Name untrennbar mit einer Ära verbunden, in der Manowar nicht nur Hymne nach Hymne schmiedeten, sondern ein ganzes Genre prägten. Scott war der Mann, der mithilfe seines Schlagzeugs den galoppierenden Riffs ihre donnernden Hufe verlieh.

Geboren am 10. November 1956 in Fair Haven, New York, stieß Columbus 1983 – drei Jahre nach der Gründung – zu Manowar. Sein Einstand INTO GLORY RIDE (1983) markierte den Beginn eines legendären Line-ups: Eric Adams, Ross „The Boss“ Friedman, Joey DeMaio und Scott Columbus. Gemeinsam erschufen sie Alben, die bis heute als Grundpfeiler des epischen Heavy Metal gelten: HAIL TO ENGLAND (1984), SIGN OF THE HAMMER (1984), FIGHTING THE WORLD (1987) und KINGS OF METAL (1988).

Columbus blieb bis 1990, kehrte 1994 zurück und war bis 2008 erneut Teil der Band. Offiziell ausgestiegen ist er nie – Uneinigkeiten mit Joey DeMaio führten zu einer Pause, nicht zu einem Bruch. Die Freundschaft zwischen den Manowar-Mitgliedern blieb bestehen. Als der Schlagzeuger während der „Kings Of Metal“-Tournee ausstieg, war es Columbus selbst, der seinen Nachfolger Kenny Earl Edwards („Rhino“) auswählte. Nach dem Hiatus war er ab LOUDER THAN HELL (1996) wieder zu hören, später auf WARRIORS OF THE WORLD (2002) und GODS OF METAL (2007).

Ein Verlust, der die Szene erschütterte

Am 4. April 2011 starb Scott Columbus im Alter von nur 54 Jahren in Syracuse, New York. Die ersten Worte, die die Welt erreichten, kamen von seiner Freundin Nancy: „Ich kriege die Worte kaum heraus, aber er starb heute. Bitte schickt eure Gedanken und Gebete. Er war die absolute Liebe meines Lebens“, teilte sie auf Facebook. Ross „The Boss“ Friedman schrieb: „Scott Columbus, ruhe in Frieden mein Bruder. Ich werde dich vermissen.“ 

Auf der offiziellen Manowar‑Homepage hieß es: „Er war ein außergewöhnliches Talent und eine ganz besondere Persönlichkeit. Er wird unvergessen bleiben.“ Und Joey DeMaio, trotz aller früheren Spannungen, sagte später auf einem Konzert in den Niederlanden: „Scott Columbus war unser Bruder. Er war ein Vater und ein Freund. Außerdem war er ein großartiger Musiker und ein toller Mensch mit einem Herzen aus Gold.“

Scott war vierfacher Vater, Fan der Philadelphia Eagles, ein Mensch mit Humor, Wärme und einer Präsenz, die viele als charismatisch und bescheiden beschrieben.

Die Wahrheit, die lange im Verborgenen lag

Am 5. April 2020 entschied sich Scotts Tochter Teresa, die bis dahin geheim gehaltene Todesursache öffentlich zu machen. Ihr Post ist inzwischen gelöscht, doch seine Botschaft bleibt wichtig. Darin schrieb sie unter anderem:

„Mein Vater starb durch Suizid. Wie mein Vater starb, definiert ihn nicht. Jeder, der ihn länger kannte, wusste, was für ein freundlicher, charismatischer, bescheidener und spaßliebender Mensch er war. […] Depressionen sind kein Gemütszustand, sondern eine Erkrankung des Gehirns. Bitte haltet die Augen offen und stellt sicher, dass ihr und eure Liebsten alle okay sind.“

Diese Worte sind schwer zu lesen, aber notwendig zu hören. Sie erinnern daran, dass psychische Erkrankungen unsichtbar sein können – selbst bei Menschen, die auf der Bühne wie wahre Krieger wirken.

Ein Appell, der bleibt

15 Jahre nach Scotts Tod ist sein Vermächtnis ungebrochen: die Alben, die Tourneen, die Geschichten, die Fans bis heute erzählen. Doch vielleicht ist das Wichtigste, was bleibt, etwas anderes: ein Aufruf zur Wachsamkeit, zur Empathie, zur Offenheit.

Depressionen sind keine Schwäche und kein Charakterzug. Sie sind eine ernst zun ehmende Erkrankung, die jeden treffen kann. Scotts Tochter hat ihre Worte damals geteilt, um anderen zu helfen. Diesen Wunsch kann man weitertragen:

Redet miteinander. Hört einander zu. Achtet auf die Menschen um euch – und auf euch selbst.

Scott Columbus wird unvergessen bleiben. Nicht wegen seines Todes, sondern wegen seines Lebens, seiner Musik und der Spuren, die er in der Metal‑Welt hinterlassen hat.

Du suchst selbst Hilfe oder kennst jemanden, der suizidgefährdet ist? Telefonseelsorgestellen sind jederzeit unter 0800‐1110111 oder 0800‐1110222 kostenlos erreichbar. Bundesweite Beratungseinrichtungen speziell für Kinder und Jugendliche sind jederzeit unter 0800-­1110333 kostenlos erreichbar. Online‐Hilfsangebote sind jederzeit im Internet erreichbar unter www.telefonseelsorge.de oder www.suizidpraevention-deutschland.de.


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Nuria Hochkirchen schreibt freiberuflich unter anderem für METAL HAMMER. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.

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