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40 Jahre METAL HAMMER

40 Jahre METAL HAMMER: Skateboard-Special aus den 90ern

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Skateboard und Metal. Heute nicht unbedingt die offensichtlichste Kombination. Das etwas coolere Rollbrett verbindet man gemeinhin eher mit Hip-Hop oder Punk – und ist ohnehin eher eine sportliche Randerscheinung. Ende der 1990er-Jahre sah das aber noch ganz anders aus. Da war das Skaten zwar auch schon lange keine neue Erfindung mehr, dafür aber gerade so richtig im Trend.

Kein Wunder also, dass sich METAL HAMMER in einem großen Special auf Spurensuche begibt und die Gemeinsamkeiten der beiden Szenen beleuchtet. Und dafür borgte man sich keinen Geringeren als Profi-Skater und Frontmann der Band Thumb, Claus Grabke, aus.

Voll im Trend

Dass das Skateboardfahren 1996 gerade ziemlich in ist, zeigt schon der Einstieg des Artikels. Musikvideos von Bon Jovi und Tom Petty, eine ganze Show auf dem mittlerweile eingestampften Sportsender DSF, die Black Flag in den Soundtrack packt – und trotzdem fragt sich Grabke, ob das denn nun wirklich alles Skate Rock sei. „Wohl kaum“, antwortet er sich selbst. „Eher das Resultat einer langen Odyssee von Skateboardfahren und Musik, einer Verbindung, an der einfach irgendwas dran ist. Eine Art von Magie, eine gegenseitige Anziehungskraft. Einer Verbindung, die gerade heute so hip ist, dass sie nirgendwo fehlen darf.“

Diese Verbindung sieht der Autor schon in den 70er-Jahren – damals allerdings noch ziemlich „dufte und milchbubenmäßig“. Es läuft ‘Surfin‘ USA’ von den Beach Boys in Fernsehbeiträgen oder J.J. Cale in ‘Großstadtkrokodile’. Dann bricht 1979 schließlich der Damm, und das Skateboard wird Punk. „Punk war da und wurde in Form von Duane Peters, Steve Olson und Steve Alba in der Szene eingeführt. Duane hatte Hamster-Haare und schnitt auf jedem Contest den damals zumeist langhaarigen Skatern ’ne Glatze“, beschreibt Grabke die neuen Stars der Szene. Und damit flaute seiner Meinung nach auch der erste Trend wieder ab. Die vorherigen Skater widmeten sich Rollerskates oder BMX, und auch das Skateboard Magazin (das ist der Name des Hefts, es fehlt nichts an dieser Stelle) ging pleite. Die Lieblingsband der Skater jener Tage: Devo. Kein Wunder also, dass es bergab ging.

Das Skateboard wird musikalisch

„1982 begannen die Skater selbst Musik zu machen, und der Begriff Skate Rock wurde geprägt. Mofo, Fotograf bei Thrasher und selbst Sänger in einer Skateband namens Drunk Injuns, forcierte das Thema, indem immer mehr von Skatebands berichtet wurde.“ So redeten immer mehr Skater von Musik und propagierten ihre eigenen Bands – und auch der Dresscode wurde metallischer: „Totenköpfe, Totenköpfe und noch mehr Totenköpfe“.

1984 kommt schließlich die erste Musik-Compilation von Thrasher raus, natürlich unter dem Namen SKATE ROCK. Laut Skate-Ass Grabke ein eigenes Genre. „Das Skaten und die Musik inspirierten sich gegenseitig. Es gab Songs wie ‘My God Rides A Skateboard’ von den Spermbirds oder ‘Wild Riders Of The Board’ von 191 Slam. Auf der anderen Seite gab es Skateboards, die von den Bands designt wurden und deren Logo trugen. So gab es von der Firma Zorlac z.B. Boards von Gang Green, Slayer und, aufgemerkt… Metallica, allesamt Skater!“

Und all das sei geschehen, als Skateboarden noch totaler Untergrund war. Und damit ist vor allem eines gemeint: kommerziell uninteressant! Heute (also 1996 in diesem Fall) sehe das ganz anders aus. Die Bands gebe es natürlich immer noch und einige, wie Suicidal Tendencies, haben auch enorme Erfolge gefeiert. Dazu habe das Thema aber generell einen immensen Aufschub erlebt und sei quasi mit einem Kickflip im Mainstream gelandet. Weshalb sich nun eben mainstreamigere Bands wie Bon Jovi ebenfalls an den Sport heranwurmen. Eine Erklärung, warum denn das Skaten jedoch gerade so populär ist, liefert der Autor aber leider nicht.

Skateboard Quo Vadis?

Dafür attestiert er manchen Bands, dieses Undergroundfeeling noch immer zu lieben und zu leben. „Jungen und frischen“ Bands wie den Beastie Boys oder NOFX. Vor allem aber der US-amerikanischen Crossover-Band Dog Eat Dog. Diese haben vom Skate-Hype ordentlich profitieren können. „Man setzte von Anfang an auf das Image einer Skate-Band“, schreibt Grabke. „Und zwar völlig berechtigt, denn zwei der Band-Mitglieder fahren seit circa 1986 zusammen Skateboard.“ Die Band kam über die Musik zu den Brettern – anfangs sogar über Metal. Die Promotion von Dog Eat Dog setzte größtenteils auf das Skaten. So musste eigentlich bei jedem MTV oder Viva-Interview der Moderator selbst mal aufsteigen.

„Wir benutzen das Skateboardfahren, um die Leute für uns zu interessieren“, erklärt John, der Sänger der Band, in einem für den Artikel geführten Interview. „Das Skaten ist mittlerweile so mainstream geworden, dass ich keine Angst mehr habe, es beschützen zu müssen. Jeder benutzt es irgendwie. Nur für mich ist es etwas, das echt ist, etwas das ich mache, ein Teil meines Lebens. Skateboarding, Musik, die ganze Kultur brachte mich dazu, in Bands zu spielen.“

Aber was ist es nun, was das Skaten und die Musik so verbindet? Laut Grabke gibt es dafür leider keine Diplomantwort. Aber er findet dennoch die passenden Worte zum Schluss: „Skateboardfahren ist ein Sport, bei dem Individualität im Vordergrund steht. Es gibt keine Regeln, alles ist erlaubt. Im Gegensatz zu anderen Einzelsportarten besteht auch kein Dresscode, niemand zwingt einen zum regelmäßigen Training. Skaten ist sowas wie der Underground des Sports: frisch, rebellisch, kreativ und in jedem Falle nonkonform. Insofern ist die Verbindung zum musikalischen Underground fast schon zwangsläufig.“

***

METAL HAMMER wird 40 und begeht das härteste Jubiläum 2024 mit Specials, Rückblicken, Podcasts und exklusiven Heftbeilagen. Dabei feiern wir uns nicht nur selbst, sondern die ganze Welt des Heavy Metal von 1984 bis heute: Von Judas Priest bis Volbeat, von Iron Maiden bis Slipknot, von Black Sabbath bis Parkway Drive – 40 Jahre Maximum Metal! Feiert mit unter www.metal-hammer.de/40jahre und im gedruckten Magazin.

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Robert Trujillo spricht über seinen Sohn Tye

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