Die frühere Arch Enemy-Frontfrau Alissa White-Gluz, welche kürzlich die Gründung ihrer neuen Band Blue Medusa bekanntgegeben hat, ernährt sich vegan. In einem Knotfest-Interview hat die 40-Jährige nun ausführlich über ihre Beweggründe dafür sowie Veganismus und Tierrechte im Allgemeinen geplaudert.
Zweierlei Maß
„Ich habe mitangesehen, wie Tierrechte eine regelrechte Achterbahn von Erfolgen und Niederlagen mitgemacht haben“, holt Alissa White-Gluz aus. „Es ist immer eine sehr interessante Sache, wenn jemand zum Beispiel einen Beagle aus einem Tierversuchslabor rettet. Das ist tatsächlich gerade geschehen — ein Haufen Beagles wurden gerettet, und die Aktivisten kamen ins Gefängnis. Aber sie werden als Helden gefeiert, weil sie die Hunde gerettet haben. Doch wenn dieselben Leute mit einem anderen Tier herausgegangen wären — sagen wir mit einem sehr ähnlichen Tier, das tatsächlich intelligenter ist und mehr DNS mit Menschen gemeinsam hat, ein Schwein —, dann würden die Menschen wahrscheinlich nicht applaudieren.
Sie würden einfach nur ‚Bacon‘ kommentieren. Sie können kommentieren, was sie wollen. Leider sind wir an einen Punkt gekommen, wo es so viel Übersättigung in der Influencer-Kultur gibt, dass Veganismus irgendwie in einen Ernährungs-Trend hineingezogen wurde, was es nicht ist. Um es denjenigen klar zu machen, die noch nie einen Veganer getroffen haben: Man weiß wahrscheinlich nie, dass sie vegan sind, bis man mit ihnen auswärts isst und sie die Bestellung aufgeben.
Vielleicht weiß man es selbst dann noch nicht, außer man fragt sie direkt. Das kommt bei einem Gespräch in der Regel nie zur Sprache. Ich glaube, Leute haben dieses seltsame falsche Bild, weil sie vielleicht nie einen Veganer getroffen haben, und meinen, Veganer gehen auf einen zu und sagen, man sollte auch vegan sein. Das ist nie passiert, das passiert nicht. Ich habe Bekannte, die ich seit Jahren kenne, von denen ich nicht wusste, dass sie vegan sind.“
Weiter berichtet Alissa White-Gluz: „Ich bin vegan geworden, weil ich Tiere liebe und ihnen nicht wehtun will. Das ist es. Und wenn andere Menschen genauso fühlen und keinen Tieren wehtun wollen, sind wir jetzt an einem Zeitpunkt, an dem es tatsächlich wirklich leicht ist, zu vermeiden, ihnen wehzutun. Es ist echt einfach. Und es kostet nichts. Alles, was dazugehört, ist, dass ich wähle, etwas anderes zu essen. Die gleiche Sache, der gleiche Nährwert. Eines ist aus Pflanzen gemacht, das andere aus toten Tieren. Es ist so einfach heutzutage.“
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