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„Als ich von seinem Tod gehört hab, war es so, als wäre mein Opa gestorben” – METAL HAMMER-Leser erinnern sich an Lemmy

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Sven F.:

„Ich war 18 oder 19 Jahre alt – mittlerweile bin ich 39 – und bei einem Motörhead-Konzert in Hannover. Im Publikum war in der ersten Reihe ein Junge, vielleicht acht oder neun, mit Gehörschutz auf dem Kopf, auf den Schultern seines Vaters. Lemmy sah ihn, sprang von der Bühne, schnappte sich den Jungen und setzte ihn auf den Bühnenrand, wo er den Rest des Konzerts saß oder auch mal auf der Bühne umherging und tanzte. Einfach eine tolle Aktion von Lemmy.”

Fabian R.:

 „Ich bin mit Motörhead aufgewachsen. Sehr früh war ich fasziniert von Lemmy und seiner Art. Zehn Jahre, nachdem ich Motörhead für mich entdeckt hatte, stand der schönste Tag meines Lebens bevor: Ich hatte endlich die Gelegenheit, Lemmy, Phil und Mikkey live zu sehen, und dann auch noch in meiner Lieblingsstadt München. Am 20.11.2015 war es so weit und ich habe die Show abgefeiert wie noch nie etwas zuvor. Erst Girlschool, dann Saxon, und dann Motörhead mit meinem Lieblingslied ‘Bomber’ und dem Bomber-Flieger. Ich bin im Dreieck gesprungen vor Freude, als ich erfahren habe, dass CLEAN YOUR CLOCK erscheint – da bin ich bei fast jedem Lied zu sehen! Danke, Lemmy, Wizzö, Würzel, Philthy Animal und Mikkey für all die geile Zeit!”

Oliver M.:

„Ich war gerade mal elf Jahre alt, als ich hörte, dass es eine Band gibt – nicht irgendeine, sondern die lauteste. Also lag ich meinem alten Herrn in den Ohren, bis er mit mir zum Konzert gegangen ist. Im Dezember 1981 war es in der Niedersachsenhalle in Hannover dann so weit. Dort habe ich meine Jungfräulichkeit verloren und war für alle Zeit versaut. Ich erinnere mich noch gut daran, dass mich all die gefährlichen Rocker reihum auf ihren Schultern getragen haben, damit Klein-Olli auch gut gucken kann. 35 Jahre ist das her, und ich vermisse Motörhead. Alles viel zu leise geworden…”

Anton K.

 „Ich höre Motörhead schon, seitdem ich ein Kind war. Da ich im tiefsten Osten Deutschlands aufgewachsen bin und dazu in ländlicher Gegend, waren die Wege zu Konzerten sehr weit, und meine Eltern teilten meine Begeisterung bezüglich der Band nicht so ganz. 2014 habe ich Motörhead dann auf dem With Full Force-Festival zum ersten Mal live erleben dürfen, und ich fand es Hammer! Am 11.12.2015 sah ich Motörhead in Berlin. Ich unterhielt mich vor dem Konzert eine Weile lang mit der Security, um die Zeit zu über­brücken.

Ich sagte, mein Traum sei es, ein Plektrum von Lemmy zu fangen. Nachdem ich erst eines von Saxon fing und für Motörhead umgebaut wurde, steckte mir ein Security-Mann ein Plektrum von Lemmy zu! Das eigentlich Großartige und aber auch Traurige: Als Lemmy an diesem Abend ‘Overkill’ beendete, warf er mir sein Plektrum zu, welches ziemlich das einzige von ihm war, das es zum Publikum schaffte und nicht im Bühnengraben landete. Somit habe ich nun ein Stück Musikgeschichte zu Hause. Und METAL HAMMER hat mir dazu einen Traum während der METAL HAMMER AWARDS erfüllt, bei denen Phil Campbell geladen war und ich mit ihm am schwarzen Teppich ein Foto machen konnte. ­Motörhead wird es in den Herzen der Fans für immer geben!”

Louisa H.

„Als ich noch ein kleines Mädchen war (heute bin ich 22 Jahre alt), hat mein Dad viel Motörhead gehört. Er hat im Auto immer die Motörhead-Alben gespielt, und wir haben uns zusammen einige Konzert-DVDs angeschaut. Ich war auf Anhieb fasziniert von dem, was ich gesehen und gehört habe. So hat sich durch Motörhead auch meine Leidenschaft für Metal entwickelt, In meiner Jugend habe ich mich mehr und mehr mit Motörhead beschäftigt und natürlich auch mit den Personen dahinter. Herr Kilmister hat immer stark polarisiert. Ich, als Jugendliche, die sich noch selbst finden musste, hatte einen drogenabhängigen Rock-Star als Vorbild.

Aber jeder, der sich mit Lemmy mehr beschäftigt hat und seine Interviews liest, findet auch viele wahre Dinge darin und sehr intelligente Aussagen. Sein Selbstbewusstsein und seine „Ich mach mein Ding, egal, was andere darüber sagen“-Einstellung hat mich fasziniert und geprägt. Dies gehört auch zu den Gründen, warum ich heute so selbstsicher durchs Leben gehe. Fasziniert von der Musik, wollte ich Motörhead und insbesondere Lemmy immer live sehen. Leider war es mir lange nicht möglich, Motörhead auf einem Konzert sehen zu dürfen und Teil der Fan-Gemeinschaft zu sein. Doch im November 2015 durfte ich schließlich in Düsseldorf Teil dieser Gemeinschaft sein und „meine“ Band spielen sehen. Was mich dabei am meisten gefreut hat, ist, dass ich diesen Moment mit meinem Dad teilen durfte. Wir standen beide zusammen vor der Bühne und schauten dem Mann zu, den er mir als kleines Mädchen auf einer DVD gezeigt hatte. Als ich von seinem Tod gelesen habe, war es so, als wäre mein eigener Opa gestorben. Doch Lemmy lebt durch seine Musik weiter, und das ist das Wichtigste”

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