Am 24. April bringen die Schweden At The Gates THE GHOST OF A FUTURE DEAD raus, das letzte Album mit dem Gesang ihres verstorbenen Frontmanns Tompa Lindberg. Lindberg verstarb im September 2025 an einer seltenen Art von Mundkrebs. Bassist Jonas Björler erzählt im Interview mit Chaoszine, wie das Album zustande kam und wie die letzten Momente mit ihrem Sänger für die Band waren.
Achterbahnfahrt
Er sagt: „Es war wie mit allen Krebserkrankungen. Das ist immer eine Achterbahnfahrt aus guten und schlechten Nachrichten. Wir haben jede zweite Woche ein positives Update bekommen, aber auch jede zweite Woche schlechte Nachrichten.
Das war sehr beunruhigend. In seinem letzten Monat, Mitte August bis Mitte September, wurde die Situation wesentlich schlimmer, weil er üble Infektionen und dergleichen hatte. Deswegen konnten sie ihn nicht richtig behandeln. Wir wussten also, dass es eher schlecht läuft“, erzählt der Bassist.
Krankenbesuch
Die Band besuchte ihn in dieser Zeit gemeinsam. „Alle in der Band, außer Adrian (Erlandsson, Schlagzeuger), der im Vereinigten Königreich ist, sind zu ihm ins Krankenhaus gegangen, um ihn zu besuchen. Aber er war in wirklich sehr schlechter Verfassung. Das war echt hart.“
Das Album wurde aufgenommen, kurz bevor Lindberg seine erste Operation haben sollte. „Er hat es geschafft, alle Gesangsdemos aufzunehmen. Die haben wir für das Album verwendet. Diese Versionen hat er in einem Studio in Göteborg vor der OP aufgenommen“, erzählt Björler.
Großer Eingriff
„Das Einzige, was noch fehlte, als er die schrecklichen Neuigkeiten bekam, waren drei oder vier Lieder. Die nahm er vor der OP auf, weil er wusste, dass es ein großer Eingriff werden würde. Sie mussten ihm den halben Kiefer abnehmen, deswegen wusste er, dass er danach nicht mehr singen können würde“, so der Musiker.
Die Frage, ob es ihm schwerfalle, THE GHOST OF A FUTURE DEAD zu hören, nachdem er Lindberg erst vor knapp einem halben Jahr verloren hatte, verneint Björler. „Nein, denn das ist Tomas’ Vermächtnis. Wir wollen alle, dass es jetzt veröffentlicht wird, damit die Leute es hören können. Ich weiß, dass Tomas stolz darauf war und wollte, dass es veröffentlicht wird. Wir haben nur damit gewartet, im Fall, dass sich seine Situation doch noch bessert. Aber wir hätten es schon vor einem Jahr veröffentlichen können.“
Bezüglich Konzerten, um das Leben und Vermächtnis Lindbergs zu feiern, sagt der At The Gates-Bassist: „Wir haben das noch nicht wirklich besprochen, weil wir erst das Album veröffentlichen wollen und dann sehen, was wird. Vielleicht ein paar Shows, um ihn zu feiern, aber aktuell sind wir noch zu nichts sicher.“
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