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27.10.1985

Celtic Frost: 40 Jahre TO MEGA THERION

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Am 27. Oktober 1985 veröffentlichte die schweizerische Band Celtic Frost ihr erstes Studioalbum TO MEGA THERION – ein Werk, das bis heute als wegweisend für die Entwicklung extremer Metal-Subgenres gilt. Damals war der Begriff „Extreme Metal“ noch nicht klar definiert, doch dieses Album trug maßgeblich dazu bei, die Grenzen dessen auszuloten, was Metal sein konnte – und sein würde.

Klangliche Grenzüberschreitungen

TO MEGA THERION musikalisch in eine Schublade zu stecken, ist mehr als schwierig. Blasinstrumente, schwebende Keyboard-Flächen und eine fast theatralische Dramaturgie prägen das Album. Jedes Stück bringt neue Überraschungen, neue Klangfarben neue Stimmungen. Schon das eröffnende ‘Innocence And Wrath’ schlägt mit Pauken und Hörnern ein wie eine apokalyptische Fanfare: ein Vorbote der düsteren, monumentalen Klanglandschaft, die folgt. Die Band, ursprünglich ein Trio, wurde für dieses Album von mehreren Gastmusikern unterstützt. Insgesamt acht Personen wirkten an der vielschichtigen Aufnahme mit.

Ein künstlerisches Cover

Das Cover zeigt das düstere Kunstwerk ‘Satan I’ des schweizerischen Surrealisten H.R. Giger. Giger ist berühmt für seine biomechanischen Visionen und als Schöpfer des ikonischen ‘Alien’-Designs. Neben Celtic Frost hat er auch andere Musiker inspiriert. Danzig nutzten seine Kunst für DANZIG III – HOW THE GODS KILL (1992), Atrocity für ihr Debüt HALLUCINATIONS (1990), und Jonathan Davis (Korn) ließ sich sogar einen Mikrofonständer von ihm entwerfen.

Titel mit doppeltem Boden

Der Albumtitel TO MEGA THERION lässt sich aus dem Griechischen als „Das große Tier“ übersetzen – eine Anspielung auf Aleister Crowley, den britischen Okkultisten, der sich selbst als „The Great Beast 666“ bezeichnete. Crowley war bekannt für seine Schriften zur Sexualmagie und seine provokante Spiritualität. Die Wahl dieses Titels verleiht dem Album eine esoterische Tiefe, die über das rein Musikalische hinausgeht.

Eine Widmung an den Kosmos

Bemerkenswert ist auch die Widmung des Albums: „Dieses Album wurde in Erinnerung an die großartigen Weltraumprogramme ‘Mercury’ und ‘Gemini’ und insbesondere in Erinnerung an ‘Gus’ Grissom und ‘Apollo 1’ aufgenommen.“ Diese Hommage an die Pioniere der Raumfahrt fügt dem Werk eine unerwartete, fast metaphysische Dimension hinzu, als würde der Blick in die Dunkelheit des Alls mit dem Abstieg in die Tiefen der menschlichen Seele verschmelzen. 

Celtic Frosts Vermächtnis

Vier Jahrzehnte später bleibt TO MEGA THERION ein monumentales Zeugnis von Celtic Frosts musikalischer Vision. Es beeinflusste Generationen von Musikern im Death- und Black Metal-Bereich und steht als Beweis dafür, dass Innovation oft dort entsteht, wo Genre-Grenzen verschwimmen.


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Nuria Hochkirchen schreibt freiberuflich unter anderem für METAL HAMMER. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.

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