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Dämonische Weihnacht: Metal-Franken feiert den Dämonentanz

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Von wegen ‘Oh du Fröhliche’ und ‘Stille Nachtֹ’: Im fränkischen Trockau stehen am zweiten Weihnachtsfeiertag alle Zeichen auf volle Lautstärke. Hämatom laden zum alljährlichen Dämonentanz. Auch METAL HAMMER lässt sich dieses Spektakel nicht entgehen, freut sich, dem Weihnachtswahnsinn entkommen zu können und folgt dem Ruf der Maskenmänner.

Schluss mit Stille

Bereits zum fünften Mal findet in Trockau – gelegen zwischen Nürnberg und Bayreuth, direkt an der A9 – das von Hämatom veranstaltete Festival statt. Ein kleines, unscheinbares Örtchen, das bei namentlicher Nennung nicht selten haufenweise Fragezeichen aufblitzen lässt. Doch heute ist Schluss mit Stille in der fränkischen Idylle. Das Music Center in Trockau bebt und platzt aus allen Nähten! Ein übervoller Parkplatz sowie die lange Einlassschlange sind bereits Beweis genug.

Spontane  Planänderung

Eigentlich hätten Dymytry aus Tschechien den Abend einläuten sollen, doch die Prager Band muss den Auftritt krankheitsbedingt absagen. Kurzfristig springen Stepfather Fred ein. „Fünf Stunden und wir sind da“, so lautete die Antwort der Truppe auf die spontane Anfrage der Hämatom-Männer, wie Frontmann Nord später die Situation schildert. Wer anschließend Lust auf eine ordentliche Ladung Metal-Coversongs hat, begibt sich in den zweiten Raum der Örtlichkeit. Hier spielen im Wechsel zur Hauptbühne immer wieder die Lokalhelden von Justice. Welcher Franke in seiner Jugend zu dieser Band nicht mindestens einmal exzessiv abgefeiert und zu Iron Maiden, Metallica oder System Of A Down um sein Leben gebangt hat, hat definitiv etwas falsch gemacht. Jegliche Ausrede inakzeptabel.

Heimspiel beim Dämonentanz

Mit Beyond The Black haben Hämatom im Anschluss eine ausgezeichnete Wahl getroffen. Zwar waren die Symphonic-Metaller in den vergangenen Wochen ausgiebig mit Within Temptation auf Tour unterwegs, von Erschöpfung auf der Bühne jedoch keine Spur. „Früher waren wir oft selbst hier feiern“, erzählt Sängerin Jennifer Haben, die wie gewohnt eine astreine Darbietung abliefert und mit ihren männlichen Kollegen um die Wette strahlt.

‘When Angels Fall’ verleitet zum Haareschütteln, wohingegen die Truppe bei ‘Shine And Shade’ zum Mitspringen animiert. Das aktuelle Album HEART OF THE HURRICANE entpuppt sich einmal mehr als Volltreffer,  ‘Million Lightyears’ macht besonders Spaß. Die Debüt-Klassiker ‘In The Shadows’ und ‘Running To The Edge’ bilden einen gelungenen Abschluss und schicken Beyond The Black in die wohlverdiente Live-Pause.

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Wir sind Gott

Auch Hämatom zelebrieren am heutigen Abend das letzte Konzert ihrer „Bestie der Freiheit“-Tour. Die Stimmung ist von Beginn an auf dem Höhepunkt, was auch die Band voller Zufriedenheit zur Kenntnis nimmt. Nummern wie ‘Auge um Auge’ feuern die gute Laune weiter an. „Geile Scheiße Trockau, so kann es weitergehen“, zieht Sänger Nord nach den ersten Stücken Resümee und fordert von allen Anwesenden den ultimativen Fitness-Test. Hinsetzen, kurz innehalten, und dann? Springen natürlich! Ran an den Speck, schließlich müssen die angefutterten Plätzchenkilos irgendwie die Hüften wieder verlassen.

Apropos Plätzchen: Ein wenig Weihnachtsstimmung kommt doch auf, als Hämatom mit einer T-Shirt-Kanone Merchandise in die Menge feuern. Nachträgliche Bescherung und eine feine Geste. Weiter geht es mit ‘Made In Germany’ und ‘Wehleidige Monster’. Mit Letzterem setzten Hämatom ein klares Zeichen gegen rechtes Gedankengut: „So lange es Hämatom gibt, wird es auch Lieder gegen Rechts geben“, bestätigt der Frontmann, und erntet dafür besonders lauten Applaus.

Ausklang

Mit ‘Eva’ und ‘Alte Liebe rostet nicht’ wird es allmählich Zeit, Abschied zu nehmen. Vorher jedoch gönnen sich Hämatom ein Bad in der Menge und lassen zu ‘Wir sind Gott’ noch einmal final die Sau raus. Alle Hände gehen nach oben und der Jubel hält noch lange an, als der letzte Ton bereits verklungen ist. Zahlreiche Besucher treten nach der Hauptattraktion den Rückweg an und scheinen keine Reserven mehr für Freedom Call übrig zu haben. Der Laune aller Verbliebenen tut das keinen Abbruch und auch die Band lässt sich von der schwindenden Zuschauerzahl nicht die Stimmung verderben. Ein rundum gelungener Abend. Auf weitere (mindestens) fünf Jahre Dämonentanz und bis zum nächsten Mal. Wir kommen gerne wieder!

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