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Die Live-Analyse: So rockt AC/DC mit Axl Rose!

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Trotz viel Kritik und Enttäuschung unter den Fans ist das Volksparkstadion an diesem Abend restlos gefüllt – zwar gibt es im Vorfeld noch wenige Restkarten, doch spätestens als AC/DC auf der Bühne stehen ist nirgends mehr ein leerer Platz zu erspähen. Den Ticket-Verkäufen hat der Sänger-Wechsel also nicht geschadet. Aber der Reihe nach:

Die Vorband

Tyler Bryant & The Shakedown sind eine junge Band aus Tennessee, die groovigen Rock mit bluesigem Touch anbietet und eine energetische, routiniert-lässige Show zeigen, die auch die in diesem Zusammenhang meist etwas schwierigen AC/DC-Anhänger bewegt. Der Sound ist mal in der Nähe von Danko Jones und mal im Bereich des klassischeren Bluesrock – und das funktioniert ganz hervorragend. Auftakt: Gelungen!

Die Setlist

Natürlich ist eine AC/DC-Setlist keine völlige Überraschung. Und auch in Hamburg ist das Set selbstverständlich um die bekannten Hits aufgebaut – ohne ‘Whole Lotta Rosie’, ‘Back In Black’, ‘Dirty Deeds … ’, ‘Hells Bells’ oder ‘Highway To Hell’ geht es eben nicht. Trotzdem spielen die Australier auf dieser Tour auch Songs, die eben nicht bei jeder Show der letzten 30 Jahre gespielt wurden – darunter ‘Riff Raff’, ‘If You Want Blood (You’ve Got It)’ oder ‘Given The Dog A Bone’. Zudem ist es schön, dass man auf der Tour munter variiert, auch wenn in Hamburg dadurch das extrem selten aufgeführte ‘Touch Too Much’ schmerzlich vermisst wird. Insgesamt ist die Zusammenstellung aber extrem stark, zumal die Band offensichtlich den Fokus auf ihr früheres Werk legt und ‘Black Ice’ oder ‘Rock Or Bust’ nur mit wenigen Songs vertreten sind.

Die Band

Rockt, rifft und grooved, während sich Kapitän Angus Young gewohnt offensiv durch die Songs grimmassiert und zweieinhalb Stunden lang wie verrückt über die riesige Bühne stürmt, während er seine Riffs und Soli abfeuert. Als ob er der massiven Kritik von Außen noch mehr Energie auf der Bühne entgegenstellen möchte, gibt der Gitarrist alles was er hat. Da wird die SG mit dem Schlips massiert, Teufelshörner gezeigt, ausführlich Bodenakrobatik betrieben – und natürlich darf der bekannte AC/DC-Galopp nicht fehlen, bevor bei ‘Let There Be Rock’ zum 20-minütigen Super-Solo ausgeholt wird, nach dem Angus aus der ‘Hölle’ unter der Bühne per Fahrstuhl und mit roten Teufelshörnchen hervorsteigt um das Stadion mit ‘Highway To Hell’ zu elektrisieren. Man hat insgesamt das Gefühl, dass Angus jetzt noch etwas mehr im Vordergrund steht, als mit Brian Johnson, was der Show aber offensichtlich nicht schadet. Wie alt waren diese Männer nochmal? Beeindruckend!

Axl Rose

Er steht, läuft, rockt, führt und gibt alles was er kann. Wer diese Show live erlebt hat, der kann vor dem Guns N’ Roses-Frontmann nur den größten Respekt haben. Mit einer fiesen Fußverletzung und unter höchstem Druck von Außen führt dieser Mann eine der wichtigsten Rock-Bands der Welt vor ausverkaufter Stadion-Kulisse souverän durch ein Set von zweieinhalb Stunden. Ohne Aussetzer, ohne Verzögerung, ohne Diven-Problematik. Dafür aber mit viel Energie, viel Charme, lässigen Ansagen und einer stimmlichen Höchstleistung, die allergrößten Respekt abnötigt. Zugegeben, es ist zunächst ungewohnt, statt einfacher Schiebermütze und schwarzem Shirt Cowboyhut, Bandana, Sonnenbrille, große Kreuz-Ketten und zerissene Jeans an einem AC/DC-Sänger zu sehen – aber das ist eben auch die Identität von Axl Rose, der ansonsten keinen Zweifel daran lässt, dass er sich für diese Band gerade zerreißt. Da sind ihm auch die Teleprompter verziehen (die er oftmals keines Blickes würdigt). Fast 30 Songs in weniger als vier Wochen lernen? Da ist eine kleine Absicherung mehr als verständlich!

Fazit

Die große Kritik an Axl Rose hat dieser Band offensichtlich einen Push gegeben, der vor allem Angus Young an diesem Abend zur absoluten Höchstform auflaufen lässt. Die Energie, die dieser Mann auf der Bühne versprüht ist einfach unnachahmlich. Auch Axl Rose liefert auf unglaublichem Niveau ab – und bringt mit seiner Stimmfarbe tatsächlich einen frischen Dreh in einige der Klassiker. Natürlich ist diese Band eine andere, als noch mit Brian Johnson. Schlechter ist sie aber keinesfalls! Auch die Setlist ist überragend und wartet mit vielen Klassikern und zuletzt seltener gespielten Songs der späten Siebziger auf, während die Show wie gewohnt bombastisch und mit explosiven Showeffekten, Glocke, Rosie und Kanonendonner daherkommt. We salute you!

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