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DKMS: Patient Nils trifft sein Vorbild Nergal

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Bei Nils Haarhues, Uhrmacher aus Oldenburg, war es nach eigenen Worten „kurz vor knapp“, als er 2013 ins Klinikum Oldenburg eingewiesen wurde. Monatelang hatten ihm starke Bauchschmerzen, Müdigkeit, Abgeschlagenheit und geschwollene Lymphknoten zuschaffen gemacht, ehe die Diagnose feststand: chronische myeloische Leukämie! „Und ich dachte, ich sei nur platt von Wacken“, erinnert sich der 37-Jährige, der kurz zuvor dasweltweit größte Metalfestival besucht hatte.

Nun war er plötzlich sterbenskrank,und die Ärzte sagten: Wir transplantieren sofort. „Ich bin erst mal in ein riesengroßes Loch gefallen und war nur noch fertig mit der Welt.“ Schnell entschied Nils, den Kampf um sein Leben aufzunehmen, und beteiligte sich sogar an der Organisation einer großen Registrierungsaktion mit der DKMS. „Das hat mir unheimlich viel Kraft gegeben und ich konnte am Tag selbst sogar vor Ort dabei sein.“

Den Acker als Ziel vor Augen

Und noch eines hat ihn aufgebaut: „Ich hatte ein Ticket für Wacken 2014 und habe einen Pakt mit mir geschlossen: Nächstes Jahr bist du wieder mit dabei und stehst auf dem‚ heiligen Acker‘. Das hat mich am Leben gehalten.“ Ebenso wie der Gedanke an seinen kleinen Sohn, den er vor und während der Transplantationsphase vier Wochen nicht sehen durfte. Eine verdammt harte Zeit. Die Transplantation fand schließlich am 4. Dezember 2013 um 15 Uhr statt – ein Tag, den er wohl zeit seines Lebens nicht vergessen wird.

„An den Tagen danach habe ich darauf gewartet und gehofft, dass die Leukozyten wieder anwachsen. An Tag elf war es endlich soweit, und ab da hatte ich nur noch eines im Kopf: Ich will Weihnachten zu Hause sein, ich will hier raus.“ Tatsächlich konnte er am 24. Dezember entlassen werden und bewegte sich von da an Schritt für Schritt in Richtung gesunde Zukunft. „Mein erstes Konzert war im Juni 2014 Metallica in Hamburg – und im August war ich beim Wacken Open Air dabei, spätestens da hat mein neues Leben begonnen“, erinnert er sich. Ein Vorbild für ihn seit dieser Zeit: Adam „Nergal“ Darski.

Auf ein persönliches Gespräch mit Nergal

2010 erhielt der heute 41-jährige Frontmann und Sänger der polnischen Black Metal-Band Behemoth die Diagnose Blutkrebs und war auf eine Stammzelltransplantation angewiesen. Gemeinsam mit der DKMS in Polen begann er lebensrettende Aufmerksamkeit für das Thema zu schaffen und die Öffentlichkeit zu sensibilisieren – mehr als 70.000 Menschen ließen sich daraufhin in die Spenderdatei aufnehmen. Irgendwann dann die erlösende Nachricht: Ein passender Spender ist gefunden, der ihm eine zweite Chance auf Leben schenkt.

„Nergals Art, mit der Krankheit umzugehen, und vor allem, dass er so viele Menschen zur Registrierung mobilisieren konnte, hat mich beeindruckt und vor allem motiviert, dies ebenfalls zu tun. Es war ein großer Wunsch von mir, ihn zu treffen und ihm dies persönlich zu sagen“, sagt Nils. Kürzlich war es endlich soweit, Nergal lud Nils nicht nur zu einem Konzertbesuch ein,sondern traf sich darüber hinaus im Anschluss mit ihm im privaten Backstage-Bereich. Unter anderem sprachen sie über die Erfahrungen mit der Krankheit und die enge Verbindung, die beide zum W:O:A haben.

Herzensangelegenheit

Seit 2014 ist Nils dort als eines der Gesichter der DKMS-Registrierungsaktionen mit viel Engagement im Einsatz und wird auch 2019 – zum dreißigjährigen Festivaljubiläum – wieder mit dabei sein. Davon berichtete er Nergal, der mit seiner Band bereits mehrfach in Wacken auf der Bühne gestanden hatte und für den es nach wie vor eine Herzensangelegenheit ist, sich für die DKMS und den Kampf gegen Blutkrebs einzusetzen. Der Behemoth-Frontmann startete daher kurzerhand mit Nils einen Appell an die Metalheads. „Glückwunsch Wacken – nicht nur dazu, dass ihr das größte Metalfestival weltweit seid, sondern insbesondere dafür, dass ihr die DKMS unterstützt“, so Nergal.

„Ich sitze hier zusammen mit Nils, der genau wie ich den Blutkrebs überlebt hat. Dank Euch konnte die DKMS mehr als 7000 neue Spender aufnehmen, die vielleicht Menschen das Leben retten werden – so wie Nils und mir. Also: Rock on, macht alle mit und lasst Euch registrieren. “

DKMS & Wacken Open Air: Gemeinsam für die zweite Chance auf Leben

Faster, harder, louder: Zum 30-jährigen Jubiläum vom Wacken Open Air könnte dieses Jahr ein weiterer Meilenstein dazukommen: Im sechsten Jahr der Partnerschaft des Festivals und der gemeinnützigen Organisation soll der 10.000 potenzielle Spender in die Datei aufgenommen werden. In den Festivaljahren seit Beginn der Kooperation im Jahr 2014 haben sich bislang mehr als 7300 Metal-Fans registriert.

32 davon haben bereits Stammzellen gespendet – und so Patienten Hoffnung auf Leben geschenkt. Großartig: Die DKMS ist vom 31. Juli bis 3. August 2019 beim W:O:A dabei und führt zusammen mit dem Blutspendedienst des Klinikums Itzehoe eine Registrierungsaktion durch. Die Ziele für dieses Jahr sind dabei besonders ehrgeizig: Mit 2.700 neuen potenziellen Lebensrettern soll die 10.000er Marke erreicht werden und dabei wird die Hilfe der gesamten Metalfamilie benötigt.

Aktuell läuft bereits der große Online-Appell unter: www.dkms.de/woa2019

– Autorin: Simone Henrich

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Lauschaffäre: Was ist eigentlich Dark Jazz?

Es ist schwer vorstellbar, dass es ein Musik-Genre gibt, das ein noch durchmischteres Publikum vor schlecht beleuchtete Bühnen zieht: Dark Jazz spricht zuallererst Jazz-Fans an, allerdings finden sich auch Freunde des Doom, Metal und Ambient in der Anhängerschaft bedeutender Bands. Kind der 90er Entstanden ist Dark Jazz Anfang der 90er-Jahre. Als Bezugsrahmen wird der Extreme Metal gesehen. Dark-Jazzer vereinen die schleppenden, finsteren Elemente des Doom mit den Klängen und Instrumenten des Jazz. Die Musik erinnert an Filmmusik und hat die Macht, komplette Kulissen in den Köpfen der Hörer zu kreieren. Dark Jazz ist langsam, unheimlich, wunderschön unzugänglich. Mit seiner Filmmusik…
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