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Fifa Weltmeisterschaft Brasilien 2014: Game-Kick für Eventfans

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Links der alte Fritz Walter, daneben wühlt sich Gerd Müller mit seinen dicken Waden durch holländische Abwehrriegel, rechts fällt Rudi Völler zu Boden und Andreas Brehme legt das Leder folgenschwer auf den Elfmeterpunkt. Es laufen die WM-Endspiele von 1954, 1974 und 1990 auf drei Videoleinwänden im Münchner Beachclub 38°. Deutsche Fußballgeschichte auf weißem Sand. Fühlt sich an wie Urlaub: Stadion, Strandkörbe und Caipirinha – die WM in Brasilien kann kommen!

WM-Endorphine

Electronic Arts, die emsige Sportspielmanufaktur der Branche, lässt sich das Superevent selbstverständlich nicht entgehen. „Fifa Fußball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014“ lautet der geschmeidige Titel zum diesjährigen WM-Kick, den der Hersteller vor heiterer Beachclub-Kulisse vorstellt.

Der Ort ist gut gewählt – er macht mächtig Vorfreude auf den anrückenden Sommer. Davon profitiert naturgemäß auch das lizenz-starke Fußballgame, das am 17. April 2014 erscheint.

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Im Paket stecken alle WM-Stadien, alle WM-Teams und natürlich Samba-Atmosphäre pur. Das beginnt beim knalligen Neu-Design des Menüs und schwappt über zum Anpfiff. So sehen Sie nach Toren Live-Bilder von Public-Viewing-Fan-Meilen, bunt-bemalte Fangesichter und erstmals identifizierbare Trainer am Spielfeldrand. Bei so viel Verve pellt sich sogar der wohlfrisierte Jogi Löw den Schal vom Halse – zumindest der virtuelle. Was bleibt ihm auch übrig, wenn Sie Spanien im Finalkrimi mit 2:0 nach Hause schicken, den Pokal von Sepp Blatter überreicht bekommen und anschließend eine Willkommensparty am Brandenburger Tor feiern.

Kurzum: Wenn ab dem 12. Juni 2014 der Globus zum Fußball wird, will EA die weltweite Euphorie einfangen. Bislang sieht das schon mal sehr anständig aus.

Ein „Fifa“-Ersatz?

Nun ist aber längst nicht alles weltmeisterlich bei einem Turnier dieser Größenordnung. Der DFB lässt sich im Vorfeld ein fragwürdiges Luxusdomizil errichten, viele Stadien werden unter Hochdruck und katastrophalen Arbeitsbedingungen hochgezogen. Ob das alles nötig ist? Die Ansprüche an so ein Turnier sind inzwischen maßlos – ein Image-Problem, das auch den Spiele-Ableger plagt: Die Release-Frequenz neuer Fußballtitel ist hoch – jedes Jahr erscheint ein neuer Teil –, und zwischen der Veröffentlichung von „Fifa 14“ und „Fifa WM Brasilien 2014“ liegen schmale sieben Monate. Man fragt sich: Brauchen „Fifa 14“-Besitzer überhaupt den WM-Ableger?

Computer Bild SpieleGefühlsechte Spielmodi

Einen schlichten Turniermodus bietet jedenfalls auch der große Bruder. Wer also mal eben versuchen möchte, mit den „Three Lions“ das Wunder von 1966 zu wiederholen, der kann das problemlos tun – muss sich aber auf zufällig generierte Gruppen und Spielpaarungen einstellen. Durchaus möglich, dass Fußballmächte wie Italien nicht mal dabei sind. Greifbare WM-Stimmung kommt da kaum auf. Da ist der „Road to the Fifa World Cup“-Modus mit EAs kommenden WM-Titel authentischer: Alleine oder mit bis zu 32 anderen Gamern simulieren Sie die realen Spielbegegnungen beginnend in der Qualifikation. Erwähnenswert neben weiteren Spielmodi ist auch die „Geschichte der Endrunde“: Hier spielen Sie vergangene WM-Klassiker nach und müssen Herausforderungen meistern – etwa das Viertelfinale 2010 in Südafrika: Schaffen Sie es, das starke Argentinien mit Schweinsteiger & Co. 4:0 zu besiegen?

Spielerisch ist „Fifa WM Brasilien“ sicherlich kein gleichwertiger „Fifa 14“-Ersatz. Er wendet sich deutlich an Einsteiger – an Spieler, die kein „Fifa“ zocken, sich aber im Trubel einer WM hinreißen lassen, mal wieder zum Controller zu greifen. Basierend auf dem Gerüst von „Fifa 13“, gibt sich der Titel daher „arcadiger“ – und bietet weniger Spieltiefe. Obacht: Standardmäßig ist sogar die idiotensichere „Zwei Tasten“-Steuerung aktiviert – für „Fifa“-Veteranen ein Fauxpas wie Carmen Thomas’ „Schalke 05“.

So gesehen, dribbeln Sie nur mit einer B-Elf – aber das ist zunächst nicht weiter tragisch. Denn das Schöne an Kickern aus der zweiten Reihe ist ja, dass sie hochmotiviert und ungestüm zur Sache gehen. Und genau so präsentiert sich der WM-Ableger von Electronic Arts: Hinter reichlich grün-gelbem „Copa du Mundo“-Herzblut steckt ein überraschend flottes Fußballspiel.

Joga Bonito!

„Fifa“-Spieler kennen die leichte Verzögerung, die zwischen dem Tastendruck und der folgenden Aktion auf dem virtuellen Rasen liegt. Vor allem auf Playstation 3 und Xbox 360 geht der großen Fußballreihe das unmittelbare Aktion-Reaktion-Gefühl zuweilen flöten. Steif wie ein sämiges U-Boot fühlen sich Spieler der Kategorie Pierre-Michel Lasogga an. Einen flinken Gamer kann es glatt zur Weißglut treiben, wenn er solch gaulartige Minotaurus-Nacken über das Pixelgrün wälzen muss.

Einer Weltmeisterschaft in Brasilien, dem Land des luftigen Ballzaubers, würde diese Lethargie nicht gerecht. Zum Glück ist das beim kommenden WM-Ableger nicht der Fall: Hier hüpft der neue Ball Brazuca nach einem resoluten Kick augenblicklich los. Spontane Richtungswechsel und Dribblings fühlen sich direkter an – auch dank des überarbeiteten Features „Explosiver Antritt“. Diese unerwartete Wendigkeit stutzt vielleicht ein wenig den Simulations-Charakter, macht aber verdammt viel Spaß.

Der WM-Titel von EA wendet sich an Eventfans, die alle Jubeljahre mal ein Fußballgame zocken wollen, wenig Interesse an der Bundesliga zeigen, aber zu WM-Zeiten das Fan-Choral textsicher mitträllern können. Und so spielt er sich auch: leicht und kurzweilig. Wer „Fifa 14“ besitzt, muss hier aber nicht zugreifen. Und wer auf der neuen Konsolengeneration spielt, kann nicht zugreifen – der Titel erscheint nur für Playstation 3 und Xbox 360.

Trotzdem könnte das Spiel später als Sammlerobjekt taugen. Denn vielleicht braucht es in vier Jahren, wenn es ins frostige Russland geht, ja vier Leinwände: Links der alte Fritz Walter, dann Gerd Müllers dicke Waden, daneben Andreas Brehmes Elfer und rechts – nun ja: Miro Kloses Flugkopfball zum 2:0 gegen Spanien …

Erscheinungstermin „Fifa Fußball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014“: 17. April für Playstation 3 und Xbox 360.

Quelle: Computer Bild Spiele. Mehr bei computerbild.de

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