Wer schon mal auf einem Festival war, kennt das Biersport-Spiel: Flunkyball. Zwei Teams, ein Ziel: Wer schneller ausgetrunken hat, hat gewonnen. Auf eine Flasche in der Mitte des Spielfelds wird idealerweise ein Ball (auch spielbar mit einem Schuh oder anderen Wurfgeschossen) geworfen. Bis das gegnerische Team die umgeworfene Flasche wieder aufgestellt hat, darf getrunken werden.
Kommerzialisierung
Nun hat sich das Unternehmen Gomazing den Namen „Flunkyball“ als Marke gesichert. Ist das Spiel schon verloren? Nein! Ein von unbeugsamen Flunkyball-Spielern bevölkertes Dorf hört nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten. Der Flunkyball Verein Elmshorn e.V. wehrt sich gegen die drohende Kommerzialisierung des Festivalspiels. Auch, weil dadurch ihre jährliche Flunkyball-WM in Elmshorn in Gefahr ist.
Der Verein sammelt Spenden, um Löschungsanträge beim Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO) sowie beim Deutschen Patent- und Markenamt zu bezahlen. Der erste Vorsitzende des Flunkyball Vereins Elmshorn kommentiert: „Aktuell sieht es danach aus, dass wir die beliebte Flunkyball WM Elmshorn dieses Jahr nicht unter jenem Namen stattfinden lassen können. Das wollen wir verhindern, denn Flunkyball ist für alle da.“
Biersport für den guten Zweck
Ziel des gemeinnützigen Vereins ist es jetzt, „Flunkyball dauerhaft für alle Menschen zugänglich zu halten – unabhängig von wirtschaftlichen Interessen Einzelner.“ Im rechtlichen Kampf gegen die Kommerzialisierung des Gemeinschaftsspiels müssen jedoch Anwaltskosten und Amtsgebühren beglichen werden. Dafür brauchen die Flunkyball-Verteidiger circa 10.000 Euro. Der Verein schreibt, das Geld diene der Bearbeitung und Einreichung von Löschungsanträgen. Überschüssige Spenden kämen der Spendenkasse der Flunkyball-Weltmeisterschaft 2026/2027 zugute.
Bei der Weltmeisterschaft werden jährlich Spenden für gute Zwecke gesammelt. Insgesamt wurden durch das Turnier seit Gründung des Vereins schon über 30.000 Euro aufgebracht. Beispielsweise für Frauenberatungsstellen, Wildtierauffangstationen und mobile Spielplätze. Allein 2025 nahmen rund 3.500 Menschen in circa 64 Teams an der WM teil. Danach ging eine Spende in Höhe von 10.000 Euro an Spieliothek Mobil e.V., eine fahrbare, gemeinnützige Spielzeugbibliothek.
Der Flunkyball Verein Elmshorn e.V. wird in seinem Ziel, das Spiel zu schützen, unter anderem vom Deichbrand Festival, dem Taubertal Festival und Die Partei unterstützt. Auf betterplace.org gibt es die Möglichkeit, zu spenden. Das Motto: „Flunkyball bleibt frei – für alle.“
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