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Heavy Metal in der DDR: Der Weg nach oben

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Ostdeutschland, 1986. Aus dem Stern-Radio der jungen Heavys dröhnen während der Beatkiste die aufbauenden Zeilen „Der Weg nach oben – eisenhart, mit Schweiß; Der Weg nach oben – hart erkämpft, der Preis“. Untermalt mit Riffs der Marke Maiden, einem trabenden Beat und einem Sound, wie man ihn nur am metallischsten Ort bekommen kann: dem Stahlwerk Hennigsdorf. Diese Zeilen stammen natürlich von Formel 1, einer der größten Heavy Metal-Bands der DDR. LIVE IM STAHLWERK – mittlerweile ein absoluter Kultklassiker weit entfernt von Ostalgie – ist dazu eine der wenigen „richtigen“ Langspielplatten, die in der Deutschen Demokratischen Republik aufgenommen wurden.

Was nicht heißt, dass die Szene klein war. Im Gegenteil: Mit circa hundert Heavy Metal-Kapellen war das Land in Anbetracht seiner Größe gut aufgestellt. Allerdings konnte sich nur ein Bruchteil davon seinen Lebensunterhalt mit der Musik finanzieren. Und genau deshalb kann der Refrain des Formel 1-Klassikers ‘Der Weg nach oben’ retrospektiv als beschreibend gesehen werden – für die Bands, die Fans, das Land. Das hart erkämpfte Recht auf musikalische Härte. Ein Recht, das in den vergangenen Jahren immer öfter und seriöser beleuchtet wurde.

Während die Subkultur im Gegensatz zu anderen Bewegungen vorher nie auf großes wissenschaftliches oder soziologisches Interesse gestoßen war, erlebt sie seit Kurzem einen regelrechten Boom. Fernsehbeiträge und Bücher werden den harten Tönen aus der DDR gewidmet – und nun sogar eine ganze Ausstellung im Berliner Haus der Geschichte in der Berliner Kulturbrauerei.

Spezielle Subkultur

Der Stein, der die Ausstellung mit dem simplen Namen „Heavy Metal in der DDR“ ins Rollen brachte, ist tatsächlich solch ein Buch. Die Rede ist von Nikolai Okunews ‘Red Metal: Die Heavy-Metal-Subkultur der DDR’. „Nikolai hat 2021 bei uns im Haus während einer Abendveranstaltung seine Doktorarbeit, die dann auch als Buch erschien, vorgestellt“, erinnert sich Franziska Gottschling an die Initialzündung für die Ausstellung. Franziska ist zusammen mit Liza Soutschek und Johannes Günther eine der drei treibenden Kräfte der Sonderausstellung.

„Wir suchten zu dem Zeitpunkt zufällig noch nach einer attraktiven Wechselausstellung für die Kulturbrauerei. Jugendsubkulturen in der DDR sind natürlich sehr interessant – und in Bezug auf Heavy Metal gab es bisher praktisch keine. Das Spannende daran ist, dass es eben eine sehr spezielle Subkultur und dazu auch noch ein sehr anschlussfähiges Thema ist.“ Letzteres ist vorrangig für den Lerneffekt oder, um es etwas weniger schulmäßig zu sagen, für das Storytelling wichtig. Denn anhand der Heavy Metal-Szene in Ostdeutschland lässt sich nämlich hervorragend der Niedergang der DDR aufzeigen – und was dieser für ihre Bewohner schließlich bedeutete. Es werden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Zeitgeschichte und die Geschichte einer Subkultur.

Die größere Geschichte

„Es ist ein interessantes Fallbeispiel, um daran etwas Größeres zu erzählen“, bestätigt Liza Soutschek, die als wissenschaftliche Volontärin im Haus der Geschichte arbeitet. „Franziska hat mal gesagt, man kann das Ende der DDR an Kleingärten oder der Heavy Metal-Szene erklären. Und da ist die Metal-Szene doch einfach das spannendere Thema“, gibt die Werkstudentin lachend zu. „Es ist für viele fremd, aber die meisten haben doch irgendwie Berührungspunkte zu dem Thema.“ Laut Kuratorin Franziska laufen Musikthemen ohnehin immer gut in Museen – vor allem Musik von früher. In den anderen Standorten der Stiftung in Bonn und Leipzig gab es unter anderem bereits ähnliche Sonderausstellungen zum Thema Schlager oder Pop. Schön also, dass sich die Geschichtsexperten nun auch einem wirklich guten Genre widmen.

„Obwohl eigentlich keiner von uns Metal hört“, gesteht Johannes Günther, der Dritte im Bunde und Ausstellungsassistent im Museum. Das Triumvirat im Haus der Geschichte kommt zwar musikalisch aus ebenfalls nischigeren Gebieten wie etwa Punk, aber Metal war bisher nicht ihr Lieblings-Genre. Interesse besteht aber definitiv: „Letztes Jahr waren wir alle zusammen bei einem Kreator-Konzert. Ein Betriebsausflug, sozusagen!“

>> Hier findet ihr den Kalender mit den Veranstaltungsterminen.

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