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Im Pit bei: Stahlmann + Johnny Deathshadow + Schattenmann

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Eine ordentliche Ladung Neue Deutsche Härte gefällig? Bitteschön – Zeit für Stahlmann! Gemeinsam mit den Hamburgern von Johnny Deathshadow und dem „kleinen Bruder“ Schattenmann stehen, neben reichlich Musik am heutigen Abend vor allem zwei Dinge im Vordergrund: Gesichtsbemalung und (zu) viel nackte Haut!

Schattenmann

Es ist eine doch ganz passable Anzahl an schwarzen Gestalten, die sich an diesem Donnerstagabend bereits zu zeitiger Stunde eingefunden hat, um das erste Konzert der Newcomer von Schattenmann in Nürnberg zu feiern. Wobei eines nicht unerwähnt bleiben sollte: Die Band um Stahlmann-Gitarrist Frank Herzig, der Saiten gegen Mikrofon getauscht hat, genießt den Heimvorteil und trifft stilistisch mit seiner Truppe natürlich überwiegend den Geschmack des Publikums. Neben modern-düsterer Neuen Deutschen Härte auf die Ohren, gibt es reichlich Licht- und Neon-Effekte für die Augen. Gar nicht schlecht!

Johnny Deathshadow

Ein wenig schwerer haben es dagegen Johnny Deathshadow. Warum, bleibt unverständlich. Die vier Jungs aus dem hohen Norden überzeugen mit einer kreativen Mischung aus Industrial Metal, Gothic, Punk und Hardcore und sorgen für eine erfrischende musikalische Abwechslung, die wohl nicht jeder Besucher zu verstehen scheint. Zwischen Theaterschminke, angenehmer Selbstdarstellung und spitzfindig-sarkastischem Humor geben die Hamburger neun Stücke aus ihrem Debüt-Album BLEED WITH ME zum Besten: Richtet sich das eher ruhigere ‘Sleeper’ explizit an alle Verliebten, wird hingegen zur Hardcore-Nummer ‘Apocalypse Trigger’ körperliche Aktion gefordert. Moshpit und Co bleiben leider aus – dennoch verspricht Sänger Johnny nach dem Auftritt für alle Küsschen am Merchandise-Stand. Nichts wie hin heißt es also nach ‘Kill The Lights’. In Zukunft würden wir diese Band gerne in musikalisch anderer Atmosphäre sehen. Ansonsten: Daumen hoch und bis hoffentlich bald!

Stahlmann

Zurück in bekannten Gefilden. Mit dem Titelsong ‘Bastard’ präsentieren Stahlmann, wie gewohnt ganz in Silber, bereits zu Beginn eine Nummer des Ende April erscheinenden neuen Albums. Weiter geht es mit ‘Adrenalin’, ‘Stahlmann’ und der berechtigten Frage, ob das Publikum nicht vielleicht schon ein wenig müde ist. Durchaus könnte etwas mehr Euphorie und Begeisterung stattfinden. Den folgenden mehr oder weniger kleinen Seitenhieb gegen alle Journalisten oder „Schreiber“ kann und will sich Sänger Martin Soer scheinbar nicht verkneifen: Ein nettes „Fickt euch alle!“ geht an sämtliche Reviewer, die behaupten, Stahlmann klängen immer gleich und würden textlich stets die selben Themen wiederverwerten. Wir sagen: Jeder, wie es ihm gefällt, wir haben euch auch lieb und konzentrieren uns weiter auf das, was heute auf der Bühne geschieht. Nach ‘Der Schmied’ folgt ‘Teufel’ als persönliches Lieblingsstück des Abends, bevor es zu ‘Engel der Dunkelheit’ kurz rührend wird: Das Lied widmen die Stahlmänner der kleinen Tochter von Schlagzeuger Max, die vor nicht allzu langer Zeit das Licht der Welt erblickte. ‘Spring nicht’ bringt Bewegung in den Saal – das Publikum tut es der Band gleich und hüpft im Takt auf und ab. Geht doch mit der Stimmung! Aufforderungen zum Ausziehen kommt der Mann hinterm Mikrofon erst nach, als ein weiblicher Fan die Initiative ergreift und selbst blank zieht. Wenig später darf sich Nürnberg dann noch über den Anblick einer weiteren, oberkörperfreien, tanzenden jungen Frau auf der Bühne freuen oder fremdschämen. Mit ‘Asche’ endet ein durchweg solider und unbeschwerter Abend, der glückliche Fan-Gesichter hinterlässt – und das ist die Hauptsache!

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