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Judas Priest: Faulkner zweifelte an Echtheit von Anfrage

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Richie Faulkner greift bekanntlich seit 2011 bei Judas Priest in die Saiten. Mittlerweile ist der blonde Gitarrist ein integraler Bestandteil der britischen Heavy Metal-Institution. Doch um ein Haar hätte der 45-Jährige diese große Karrierechance einfach so liegen lassen. Dies offenbarte Frontmann Rob Halford jüngst im Gespräch mit dem ehemaligen Megadeth-Bassisten David Ellefson beim Rock-N-Roll Fantasy Camp in Scottsdale, Arizona.

Ungeahnte Probleme

Nachdem K.K. Downing verkündet hatte, dass er bei Judas Priest aussteigt, musste sich die Gruppe auf die Suche nach einem Nachfolger machen. „Das war hart“, erinnert sich Rob Halford. „Wir wussten nicht, was wir machen sollen. Wir haben Richie im Internet gefunden. Dabei mussten wir sehr unauffällig und vorsichtig agieren. ‚Heavy Metal-Band sucht neuen Gitarristen‘ — das kann man nicht bringen. Ich habe zwar vergessen, wie wir auf ihn gestoßen sind, doch als Glenn Tipton [Gitarrist] und ich ihn sahen, wussten wir: ‚Das ist unser Mann.‘“

Als die Metaller versuchten, Kontakt mit Faulkner aufzunehmen, entpuppte sich das zunächst als schwieriges Unterfangen. Denn Judas Priest schickten ihre Anfrage per E-Mail — und da Richie nicht auf den Kopf gefallen ist, nahm er an, es handle sich um kein ernst zu nehmendes Angebot. „Wir schickten ihm E-Mails — und er löschte sie immer wieder, weil er dachte, es wäre ein Witz. Ehrlich: Wir schickten ihm sechs E-Mails — alle gelöscht. Und dann sprach ihn irgendwer darauf an: ‚Hey, du löschst dauernd diese E-Mails von Judas Priest…‘ Richie meinte: ,Ja, das ist doch Spam.‘ Darauf kam die Ansage: ‚Nein, ist es nicht. Sie wollen wirklich mit dir in Kontakt treten.‘“ 

Als Judas Priest dieses erste Hindernis überwunden hatten, luden sie Faulkner nach London, wo sie probten. „Wir haben erst kurz geplaudert“, rekapituliert Halford. „Das ist ja normal, wenn man jemanden zum ersten Mal trifft. Wir brauchten ein paar Momente, also unterhielten wir uns für etwa zehn Minuten, dann sagte ich: ‚Lass uns einfach jammen.‘ Also bauten wir ein Stack für ihn in Glenns Studio auf. Richie ging in den Raum, fing an zu spielen — und wir schauen uns an und wussten: Das ist unser Mann.“

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Vor seinem Engagement bei den Judaspriestern hatte Richie unter anderem in der Band von Lauren Harris (der Tochter von Iron Maiden-Bassist Steve Harris) sowie bei Voodoo Six musiziert. Während seiner Zeit bei den britischen Heavy Metal-Göttern trug der Musiker zu drei Studiowerken bei — REDEEMER OF SOULS (2014), FIREPOWER (2018) sowie INVINCIBLE SHIELD (2024).


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Lothar Gerber schreibt freiberuflich unter anderem für METAL HAMMER. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.

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