Toggle menu

Metal Hammer

Search

Judas Priest: Rob Halford über die einstige Anklage

von
teilen
mailen
teilen

Es geschah vor 30 Jahren: Judas Priest sahen sich in Reno, Nevada, mit einer Anklage konfrontiert. Angeblich wäre die Band verantwortlich dafür, dass sich 1985 zwei Jugendliche selbst umgebracht hatten. Im Song ‘Better By You, Better Than Me’ von STAINED CLASS (1978) sei die unterschwellige Botschaft „Do it“ versteckt. Diese habe die zwei Jugendlichen dazu verleitet, sich eine Schrotflinte ans Kinn zu setzen und abzudrücken.

Der 19-jährige James Vance sah am 23.12.1985 seinem besten Freund Ray Belknap dabei zu, wie dieser sich mit einer Kaliber 12 Flinte auf einem Friedhof nahe Reno, Nevada, erschoss. Dann setzte Vance bei sich selbst am Kinn an. Er überlebte, war danach jedoch fürchterlich entstellt (und starb drei Jahre später). Vance sagte aus, dass die Musik von Judas Priest einen Einfluss auf die beiden Jungs gehabt hätte, weswegen seine Familie gegen die Band klagte.

Empfehlungen der Redaktion
Judas Priest: Rob Halford wettert gegen Schönheitswahn
Kernpunkt der Anklage war, dass auf dem Judas Priest-Album STAINED CLASS Rückwärtsbotschaften versteckt gewesen seien. Unter anderem „try suicide“ und „let’s be dead“. Den Anwälten zufolge sei schlussendlich die sublime Botschaft „do it, do it, do it“ im Song ‘Better By You, Better Than Me’ der Anlass für die zwei Jugendlichen gewesen, ihr sorgenschweres Leben zu beenden. Vance erklärte gegenüber seinen Anwälten, dass er und Belknap Judas Priest hörten, als „wir plötzlich eine Suizidbotschaft erhielten und keine Lust mehr hatten, zu leben.“ In einem Brief für Belknaps Mutter schrieb er später: „Ich glaube, dass uns Alkohol und Heavy Metal-Musik von unter anderem Judas Priest in den Bann zogen.“

Frank Sinatra gibt ein Pfefferminz

Die Anwälte von Belknaps Eltern brachten vor, dass „Judas Priest und das Label CBS ihre Botschaften speziell an weniger gebildete Jugendliche übermitteln. An Aussteiger, Drogen- und Alkoholabhängige.“ Deswegen stünde die Band in der Pflicht vorsichtiger zu sein, wenn man mit einer Fan-Gemeinde zu tun hat, die für derlei Dinge anfällig ist. Dass dieses Thema im Zuge der Interviews zur Autobiografie ‘Confess’ noch einmal zur Sprache kommt, ist logisch. So geschehen bei der Befragung von Rob Halford durch das britische Metro.

Empfehlungen der Redaktion
Judas Priest fehlen immer noch Rechte an ersten 2 Alben
Dem Judas Priest-Sänger ist bis heute nicht klar, wie er mit seiner Musik Jugendliche hätte beeinflussen sollen. „Man hatte uns ins Visier genommen. Zwei Jugendliche hatten Selbstmord begangen, und eine Gruppe von Leuten behauptete, wir wären schuld daran. Unterstützt wurden sie dabei von anderen, die grundsätzlich etwas gegen Heavy Metal hatten. Das war krank. Ozzy musste das bereits mit seinem Song Suicide Solution durchmachen, und dann waren wir dran. Wir mussten in den USA vor Gericht und wurden freigesprochen.“

🛒  Confess bei Amazon

Die Band hat sich damals auch die Mühe gemacht, die angeblichen Rückwärtsbotschaften zu untersuchen. „Die Staatsanwaltschaft behauptete, dass wenn man Heavy Metal-Alben rückwärts abspielt, man satansanbetende Botschaften hören würde. Ich sagte zu meinen Judas Priest-Kollegen: ,Lasst ihnen uns das Gegenteil beweisen.‘ Also nahmen wir uns ein paar Frank Sinatra-Alben, spielten sie in einem Hotelzimmer rückwärts ab, und die Botschaften begannen. Eine war ,Ich gab ihr ein Pfefferminz‘. Das war grotesk. Ich spielte das dann auch dem Richter, einem sehr konservativen Mormonen, vor. Als er sich das anhörte, war er höchst überrascht. Das war eine sehr außergewöhnliche Begebenheit.“

https://www.youtube.com/watch?v=Jl4EFThO1e4

Thomas Sonder schreibt freiberuflich unter anderem für METAL HAMMER. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.

Keine METAL HAMMER-Ausgabe verpassen und dabei sparen: 3 Hefte zum Sonderpreis im Spezial-Abo für nur 9,95 € – dieses und weitere attraktive Abo-Angebote jetzt sichern unter metal-hammer.de/abo!

teilen
mailen
teilen
Tim "Ripper" Owens: Iron Maiden — top, Judas Priest — Flop

Der vorübergehende Judas Priest-Frontmann Tim "Ripper" Owens hat gegen seine frühere Band ausgeteilt. In einem aktuellen Interview bei Whiplash.net ließ sich der 58-Jährige zunächst darüber aus, dass die beiden Studioalben, welche er mit den britischen Heavy Metal-Ikonen aufgenommen hat — JUGULATOR (1997) sowie DEMOLITION (2001) —, immer noch nicht bei den großen Streaming-Anbietern zu finden sind. Dieser Umstand geht ihm ganz schön auf den Keks, aber es sei natürlich die Entscheidung der Band. Außerdem stellte der US-Amerikaner noch einen Vergleich zwischen Judas Priest und Iron Maiden an. Klare Ansage Dazu angestachelt sah sich der Ripper, nachdem sein Gesprächspartner angemerkt hatte,…
Weiterlesen
Zur Startseite