Der frühere Megadeth-Gitarrist Kiko Loureiro hat in einem neuen Interview bei Sixty Scales And The Truth näher erläutert, was ihn zum Ausstieg bei der Band von Dave Mustaine animiert hat. Nach neun Jahren mit der Thrash-Gruppe war für den Brasilianer Ende 2023 Schluss. So verspürte der 53-Jährige nicht nur einen Grund, seinen Hut zu nehmen. Es waren mehrere.
Es kam einiges zusammen
„Während ich bei Megadeth war, war es großartig“, stellt der in Finnland lebende Brasilianer klar. „Keine Beschwerden. Aber es waren acht, fast neun Jahre. Und dann war ich vielleicht fünf oder manchmal sechs Monate im Jahr auf Tour. Das ist eine Menge. Das ist ein großer Unterschied, nur 25 Tage unterwegs zu sein [wie auf seiner Solotournee — Anm.d.A.]. Es gab viele Gründe, es gibt niemals nur einen Grund, wenn man eine derart große Entscheidung im Leben trifft. Einer der Gründe war die Familie, das war der intensivere Grund. Nach dieser einen Tournee stand eine weitere drei Monate lange Konzertreise an. Da dachte ich mir: ‚Das ist vielleicht zu viel.‘ Im Grunde habe ich mit diesen Gedanken gekämpft, seit ich bei Megadeth eingestiegen war.
Meine Tochter war damals fünf Jahre alt. Ein Jahr später veröffentlichten wir das DYSTOPIA-Album, gewannen den Grammy — und ich wurde Vater von Zwillingen. All diese Jahre bei Megadeth war es schwierig, zu reisen und gleichzeitig Zwillinge zu Hause zu haben. Das gibt einem viel zu denken, denn es war, was ich immer gewollt habe: Auf Tour sein und Gitarre spielen. Doch wenn man Kinder hat, verändert sich die Einstellung sehr. Nach der Pandemie und einer weiteren Platte kam ich an den Punkt, an dem ich mir dachte: ‚Acht, neun Jahre sind genug, denke ich.’ Und ich fand, dass die Kinder mich mehr brauchten als zuvor. Ein paar andere Probleme gab es auch.“
Darüber hinaus führten die Verpflichtungen bei Megadeth dazu, dass Kiko Loureiro in seinem Terminplan eingeschränkt war. „Es ging auch um die Freiheit meines Zeitplans. Ich habe betagte Eltern in Brasilien, daher wollte ich Zeit dort verbringen. Doch ich hatte niemals Zeit, dahinzufahren und — sagen wir — zehn Tage zu bleiben. Das ist ein übliches Phänomen, abhängig vom Alter, natürlich.“ Des Weiteren kamen auch Gedanken nach einer neuen künstlerischen Herausforderung auf: „Manchmal denkt man: ‚Ich würde gerne etwas anderes machen.‘ Oder: ‚Sollte ich eine andere Art von Musik spielen oder anders komponieren oder offener für andere Dinge sein?‘ Aber eines ist eine Konstante: Der kreative Geist ist nie zufrieden.“
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