Kiss: 45 Jahre DYNASTY

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Mit ihrem siebtem Studioalbum erzielten Kiss enormen kommerziellen Erfolg und wurden in den USA, Neuseeland, Kanada und den Niederlanden mit Platin ausgezeichnet. Kaum vorstellbar, dass Fans und Kritiker damals wenig Begeisterung für das inzwischen 45 Jahre alte Album zeigten.

Eigene kreative Entfaltung

Nach dem Riesenerfolg von ‘Rock And Roll All Nite’ und dem Live-Album ALIVE! (1975) waren Kiss auf dem Gipfel ihres Ruhms. Dieser Durchbruch wurde von zahlreichen ausverkauften Tourneen begleitet, während ihre drei Alben DESTROYER (1976), ROCK AND ROLL OVER (1976) und LOVE GUN (1977) die Charts eroberten. Gleichzeitig wurden ihre Merchandising-Artikel wie Luchboxen, Shirts und Puppen zu begehrten Sammlerstücken, die reißenden Absatz fanden. Doch irgendwann kam die Ernüchterung: Inmitten der Tourneen brodelte es. Paul Stanley und Gene Simmons waren zunehmend genervt vom exzessiven Lebensstil von Peter Criss und Ace Frehley, der ihre kreative Zusammenarbeit zu behindern schien. Schließlich äußerten sowohl Frehley als auch Criss den Wunsch, die Gruppe zu verlassen und sich auf ihre Solokarrieren zu fokussieren.

Doch anstatt sich zu trennen, entschied sich die Formation für eine Pause. Jedes Mitglied arbeitete an seinem eigenen Soloalbum. So hatten alle vier Band-Mitglieder die Möglichkeit, sich im Studio kreativ selbst zu verwirklichen. Bald stellten sie jedoch fest, dass ihre Zusammenarbeit eine einzigartige Dynamik besaß und es viel einfacher war, als Team erfolgreich zu sein. Also taten sie sich für ihr neues Album DYNASTY wieder zusammen.

Nicht gut genug

Das Disco-beeinflusste Demo von Criss’ Song ‘Dirty Livin’, das er für sein Soloalbum geschrieben hatte, legte den Grundstein für das gesamte Albumprojekt. Simmons und Stanley überlegten kurz, mit dem Disco-Produzenten Giorgio Moroder, einem Freund ihres Managers Bill Aucoin, zusammenzuarbeiten. Letztendlich entschieden sie sich für Vini Poncia; er hatte zuvor das Soloalbum von Criss produziert.

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Nach der Vorproduktion und den Proben kam Poncia zu dem Schluss, dass Criss’ Schlagzeugspiel nicht den Erwartungen entsprach. Diese Einschätzung teilten auch Stanley und Simmons. Criss war durch eine Handverletzung, die er sich bei einem Autounfall zugezogen hatte, eingeschränkt. Zur Unterstützung der DYNASTY-Aufnahmen engagierten die Musiker demnach den Studio-Drummer Anton Fig, der zuvor mit Frehley zusammengearbeitet hatte. Dieser übernahm auch das Schlagzeugspiel auf dem Nachfolgealbum UNMASKED (1980) und ersetzte Criss schließlich dauerhaft. Erst 1998 spielte er auf PSYCHO CIRCUS wieder Schlagzeug, wenn auch nur teilweise.

Historischer Moment für KISS

Frehley, der die Band drei Jahre später verließ, spielte auf DYNASTY eine größere Rolle als Simmons. Er war bei drei Songs für den Gesang verantwortlich: ‘Hard Times’, ‘Save Your Love’ und ein Cover des Rolling Stones-Liedes ‘2000 Man’. Diese Stücke sind die einzigen auf der Platte, auf denen der Lead-Gitarrist zu hören ist, abgesehen von gelegentlichem Hintergrundgesang von Stanley. Der Rhythmusgitarrist übernahm darüber hinaus bei drei Titeln die Hauptrolle: ‘I Was Made For Lovin’ You’, ‘Sure Know Something’ und ‘Magic Touch’. Im Gegensatz zu früheren Scheiben war Simmons nur bei zwei Songs (‘Charisma’ und ‘X-Ray-Eyes’) der Lead-Vokalist. Criss sang nur bei ‘Dirty Livin’’ die Hauptstimme.

‘I Was Made For Lovin’ You’ ist zweifellos der Höhepunkt des Werks. Stanley, der den Song komponierte, war zu jener Zeit eine bekannte Persönlichkeit auf der Tanzfläche des legendären New Yorker Nachtclubs Studio 54, als die Disco-Ära die Musikwelt einnahm. Die pulsierende Energie dieser Umgebung inspirierte ihn zu diesem Hit, wie er in seinem Buch ‘Face The Music: A Life Exposed’ erklärt. „Als ich die Songs mit 126 Schlägen pro Minute hörte, dachte ich: ,Das kann ich auch‘.“ Folglich kehrte er nach Hause zurück, stellte seinen Drumcomputer auf dieselbe Geschwindigkeit ein und begann, die Melodie eines Titels zu formen, der zu einem unvergesslichen Moment in der gesamten Geschichte von Kiss wurde.


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