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Lamb Of God: Blick durch das Spiegelglas

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Das komplette Interview mit Randy Blythe und Mark Morton von Lamb Of God findet ihr in der METAL HAMMER-Aprilausgabe 2026, erhältlich am Kiosk oder indem ihr das Heft bequem nach Hause bestellt. Noch einfacher und günstiger geht’s im Abo!

Der leidende Künstler

Es ist kein neues Konzept, dass Leid und Schmerz zu großer Kunst führen. Dennoch ist es hart umstritten. Dem Gitarristen zufolge ist an dem Klischee des leidenden Künstlers etwas dran. Er meint: „Ich habe in meiner persönlichen Geschichte viele schwere Situationen durchlebt. Das sorgt für großartige Musik.“ Dennoch wendet er auch ein, dass es nicht immer so sein muss, denn auf Dauer sei es kontraproduktiv. Blythe hält den tragischen, verkorksten Künstler, Musiker oder Autor hingegen für einen Mythos.

„Sehr viele Leute romantisieren diesen Geisteszustand und versuchen das zu reproduzieren, um das Genie Bowies oder der frühen The Bad Seeds-Platten zu erzielen. Aber das passiert nicht, weil man besoffen ist, sondern trotz dessen.“ Für den Sänger steht fest: „Es ist ein Irrglaube, dass großartige Kunst daraus entsteht, abgefuckt zu sein.“ Dennoch schließt er nicht aus, dass ein Künstler für seine Kunst leiden muss. Der Musiker differenziert: „Es bedeutet, dass man einen Teil von sich hergibt und offenbart. Diesen Aspekt des Leidens gibt es auf jeden Fall.“ Nur unnötige Qual sei Unsinn.

Er gesteht, er habe das Klischee selbst lange ausgereizt und glorifiziert. Blythe und auch Morton waren geraume Zeit alkohol- und drogenabhängig. Das führte zu Konflikten hinter den Kulissen. Der Frontmann meint: „Eines der schlimmsten Dinge daran, wenn man Alkoholiker oder sonst irgendwie abhängig ist, ist, dass man die Realität nicht mehr klarsieht. Man sieht nicht mehr, was wirklich wichtig ist.“ Er sei streitlustig und oft wütend geworden, wenn er betrunken war. „Man denkt eigentlich nur noch an sich selbst und seine eigenen Ansichten. Man sieht nicht nach draußen. Man nimmt keine anderen Sichtweisen wahr, denn die Substanz kontrolliert die eigene Perspektive“, erklärt er. Morton erzählt ebenfalls: „Meine Sucht und mein Alkoholismus haben jede Komponente meines Lebens beeinflusst. Jeden wachen Moment und auch meine Psyche.“

Freude und Dankbarkeit

Dennoch haben es beide geschafft, die Sucht unter Kontrolle zu bekommen, und sind nun seit einigen Jahren trocken und clean. „Meine Perspektive hat sich geändert“, sagt der Gitarrist. „Meine Nüchternheit ist ein ganz neues Spiegelglas, durch das ich die Welt sehe, und sie hat mir erlaubt, nicht alles auf mich zu beziehen“, erklärt Morton. Er führt aus: „Ich sehe jetzt Freude und Dankbarkeit, anstatt nach Problemen und Kritik zu suchen. Davon gibt es sowieso genug. Meine Abstinenz hat es mir ermöglicht, Erfüllung zu finden.“

Blythe meint: „Ich trinke seit 15 Jahren keinen Alkohol mehr. Mein Leben hat sich dadurch enorm verbessert, und unser Verhältnis innerhalb der Band ebenfalls.“ In der Formation trinkt fast niemand mehr Alkohol. Sie verstünden einander jetzt besser, hätten mehr Respekt voreinander und kreative Prozesse seien souveräner, wie beide Musiker bestätigen. Das hat auch die Arbeit an INTO OBLIVION erleichtert. Der Gitarrist sagt: „Wir haben uns immer geliebt und respektiert, aber wenn alle besoffen oder drauf sind, geht das manchmal verloren und es herrscht nur noch Chaos.“

Die Chaos­maschinen ausschalten

Blythe und Morton sind sich einig: Die Welt birgt genug Elend. Sie lassen ihrer Frustration in ihrer Musik freien Lauf und finden in ihrem Umfeld Trost. Dem Gitarristen bringen seine Kinder Freude. Außerdem auch „Liebe, Mitgefühl und Menschlichkeit auf der Welt zu sehen. Hilfsbereitschaft, Vergebung, Kunst, Musik, Natur“, wie er aufzählt. Er deutet auf sein Telefon und sagt: „Ich kann am besten auf diese Dinge zugreifen, wenn ich die Chaos­maschinen ausschalte.“ Der Sänger sieht das ähnlich. Er erklärt: „Es gibt eine Entfremdung in der modernen Gesellschaft. Ich glaube, dass Einsamkeit epidemische Ausmaße angenommen hat.“ Umso wichtiger, dass Lamb Of God trotz allem zueinander finden. Morton meint: „Wir sind eine Familie. Das waren wir schon immer.“

Wie wichtig bei den Lyrics die politischen Ideologien innerhalb der Band sind, welche familiären Opfer Randy Blythe bei den Aufnahmen bringt und wie viel Punk und Blues in der Musik von Lamb Of God steckt, lest ihr in der METAL HAMMER-Aprilausgabe 2026, erhältlich am Kiosk oder indem ihr das Heft bequem nach Hause bestellt. Noch einfacher und günstiger geht’s im Abo!

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Lamb Of God: Randy Blythe ist „kein tanzender Affe“

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