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LINGUA IGNOTA: Meine Freundin, die Furie

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Ausdrücken, wofür es keine Worte gibt – zerfetzen, neu zusammensetzen, klingen wie niemand sonst. Ich geb’s zu: für mich fühlt es sich fast frivol an, über CALIGULA von LINGUA IGNOTA zu sprechen, über ein Album, das so persönlich ist. Irgendwie denke ich: es genügt, dass es existiert. Es ist perfekt, es braucht uns nicht.

Aber wir können auch gern bei den Fakten bleiben: Dabei, dass die klassisch ausgebildete Musikerin, die sich nach Hildegard von Bingen LINGUA IGNOTA nennt, nach ihren Industrial-lastigen EPs LET THE EVIL OF HIS OWN LIPS COVER HIM und ALL BITCHES DIE mit CALIGULA die nächste Eskalationsstufe zündet. Ihr CALIGULA ist eine Avantgarde-Racheoper, ein Exzess, ein Exorzismus, schillernd vor Musikalität. CALIGULA steht da wie der Monolith in Kubricks “Odyssee im Weltraum”, und danach ist nichts wie zuvor.

Muss man Kristin Hayters Biografie kennen, um ihre Musik zu verstehen? Schließlich kommt keine Kritik, kein Artikel (auch mein eigener) ohne Verweise auf Kristins Überleben als Missbrauchsopfer aus. Was für sie als Mobbing in der Schule in Kalifornien begann, mit katholischen Komplexen und Perfektionswahn, mündete in Rhode Island – da ging sie auf die Uni – in Magersucht und einer brutalen Beziehung. Beides hätte sie fast umgebracht. Sicher spielt dieser Kampf ums Überleben eine Rolle; ihre Erfahrungen formen ihren Ausdruck. Das muss man nicht wissen, aber man darf es mit dem gebotenen Respekt zur Kenntnis nehmen.

Die eigene Verrücktheit

So oder so, CALIGULA ist Kristins Magnum Opus. Es steht für Schönheit, Empowerment und musikalischen Wahnsinn, und beim Hören darf euch gerne anders werden. Hier ist unser komplettes Interview für METAL HAMMER.

Caligula, Stiefelchen: eigentlich verrückt, dass dieser Kosename für einen kleinen Jungen (denn so nannten die römischen Legionäre des 1. Jahrhunderts den Bub, an dem sie einen Narren gefressen hatten und der später Kaiser wurde) einmal ein Synonym für Machtmissbrauch, Größenwahn, Gewalt und Dekadenz werden würde. Wer – oder was – ist Caligula für dich, Kristin? Eine Metapher, ein Name für deinen Peiniger, ein Blick in den Spiegel?


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Heaven Shall Burn: Zur rechten Zeit

Das komplette Interview mit Heaven Shall Burn und das exklusive Album MAXIMUM SACRIFICE mit unveröffentlichten Songs findet ihr in der METAL HAMMER-Aprilausgabe. Erhältlich am Kiosk oder indem ihr das Heft per Mail bestellt. Noch einfacher und günstiger geht’s im Abo! Maik Weichert sieht sich nicht grundsätzlich in der Position, richtig und falsch erschöpfend definieren zu können. Grundlegende Werte seien aber keinesfalls diskutabel. "Über gewisse Sachverhalte kann man nicht zweierlei Meinung sein. Ich diskutiere doch mit niemandem über die Meinung, dass eine Frau in Afrika einen Dreck wert ist! Dennoch gibt es Menschen, die darüber verhandeln, ob Flüchtlinge auf dem Mittelmeer…
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