Nach einem fünfwöchigen Prozess hat eine Bundesjury in Manhattan, New York, das Veranstaltungsunternehmen Live Nation und den Konzertanbieter Ticketmaster der illegalen Monopolbildung schuldig gesprochen. Dem vorausgegangen war eine vorläufige Einigung im Kartellverfahren. Die Klage wurde bereits im Mai 2024 vom US-Justizministerium eingereicht.
In der Klage hieß es, dass Live Nation Entertainment durch Exklusivverträge, Drohungen gegenüber Konkurrenten und die Ausnutzung seiner Marktmacht Kartellgesetze verletze. Die Einigung beinhaltete die Kündigung einiger Exklusivverträge mit Veranstaltungsorten sowie Schadensersatzleistungen von mehreren Millionen US-Dollar. Der Vergleich kam erst im März unter der Trump-Administration zustande.
„Monopolistische Tyrannen“
Nach diesem vorläufigen Abkommen folgte am 15. April das abschließende Urteil, da 34 US-Bundesstaaten den Rechtsstreit eigenständig weitergeführt haben. Wie unter anderem die Los Angeles Times berichtet, hat Ticketmaster in 22 US-Bundesstaaten pro Ticket einen unzulässigen Aufpreis von 1,72 US-Dollar berechnet. Anwalt Jeffrey Kessler bezeichnet Live Nation als „monopolistische Tyrannen“ und betont, dass es an der Zeit sei, „sie zur Rechenschaft zu ziehen“.
Während des Prozesses wurden unter anderem auch interne Chats von Ticketmaster bekannt, in dem abfällige Bemerkungen über die Kundschaft fallen. Darin bezeichneten Führungskräfte des Unternehmens die Ticketkäufer als „total dumm“ und scherzten darüber, sie „abzuzocken“. Die Aufzeichnung diente als Grundlage für die Kartellklage von 2024. Die Entscheidung könnte weitreichende Folgen für Live Nation und Ticketmaster haben. Die genauen Strafen und strukturellen Änderungen stehen jedoch noch aus.
Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen
Der kalifornische Generalstaatsanwalt Rob Bonta lobt das Ergebnis und bezeichnet es als einen bedeutenden Sieg für die Verbraucher. „Angesichts der schwindenden Kartellrechtsdurchsetzung durch die Trump-Administration zeigt dieses Urteil, wie weit die Bundesstaaten gehen können, um unsere Bürger vor großen Konzernen zu schützen, die ihre Macht missbrauchen, um illegal Preise zu erhöhen.“ Live Nation erklärt in einer Stellungnahme indes: „Das Urteil der Jury ist nicht das letzte Wort in dieser Angelegenheit.“
Damit könnte das Unternehmen recht haben. Schließlich soll ein zweiter Prozess eingeleitet werden, in dem über Lösungsansätze für die aktuellen Probleme verhandelt wird. Dabei gehe es unter anderem darum, ob dem Antrag der Bundesstaaten auf Zerschlagung des Unternehmens stattgegeben oder andere strukturelle Änderungen, wie beispielsweise der Verkauf von Geschäftsbereichen, angeordnet werden sollen.
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