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M. Shadows über technologische Entwicklungen

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Wieder hat sich ein Musiker zum Streaming-Giganten Spotify geäußert. Dieses Mal teilte Avenged Sevenfold-Frontmann M. Shadows seine Erfahrungen und Meinungen.

Musiker will mit der Zeit gehen

Ein Gespräch des Sängers mit dem „Locales Only“-Podcast drehte sich unter anderem um technologische Entwicklungen. M. Shadows gab an, zugunsten seiner Band mit der Zeit gehen zu wollen und Innovation zu schätzen. Dennoch sei er hin und wieder verärgert darüber, wie Kunst eingeschränkt werde. „Wir drücken uns künstlerisch aus, explodieren künstlerisch, sind auf unseren Alben, wie wir uns eben präsentieren wollen. Doch die Grenzen des Kommerzes und die Art und Weise, wie sich die Musikindustrie entwickelt hat, haben den Musikern die ganze Macht genommen und sie den Leuten gegeben, die die Technologie entwickeln oder denen Unternehmen und Veranstaltungsorte oder die Dinge gehören, die es Menschen ermöglichen, Musik in die Finger zu kriegen“, so die harten Worte des Musikers.

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M. Shadows will sich die Macht zurückholen

„Im Grunde genommen wird den Künstlern die ganze Macht entzogen“, fuhr M. Shadows fort. „Wenn man dazu in der Lage ist, einige dieser Trends zu erkennen, bevor sie eintreten, oder wenn man sich in diese Dinge einmischt, kann man hoffentlich in Zukunft einen besseren Fahrplan für Künstler erstellen, in dem Künstler an vorderster Front dabei sind, um die Regeln zu schreiben.“ Er wolle dabei sein – daher beschäftige er sich viel mit Technik, nehme an Branchentreffen teil. „Du willst derjenige sein, der dort sitzt und die Entscheidungen trifft“, sagte er.

Früher war alles besser?

Ferner blickte er im Gespräch zurück, machte auf Entwicklungen aufmerksam, die inzwischen in der Vergangenheit liegen. Musikvideos, so M. Shadows, wurden einst als Ausverkauf bezeichnet, die Musiker, die sie produzierten, verachtet. „Dann kamen DVDs und Blu-rays auf den Markt, und jetzt ist es ganz normal, sich eine Liveshow auf YouTube anzuschauen“, rekapitulierte er. Mit VR-Technologie sei das ähnlich: „Wir haben die gleichen Gegenreaktionen, obwohl die Realität ist, dass wenn diese Headsets zu Sonnenbrillen oder noch weiter in der Zukunft zu einer Art Neurolink werden, die Leute so Konzerte genießen werden, wie sie das jetzt mit Blu-rays tun.“ Künstler müssen sich seiner Meinung nach mit technologischen Innovationen ebenso beschäftigen wie „Tech-Bros“ – mindestens, um die eigenen Daten zu besitzen.

Spotify-Analysen? Mangelhaft.

Darüber kam er zu Spotify. Im Gespräch verwies M. Shadows darauf, dass der schwedische Dienst in seinen Analysen keine Möglichkeit biete, Hörer nach Alter, Standort oder Gender aufzuschlüsseln, vor allem nicht für einzelne Songs. So sei es für Bands schwer nachzuvollziehen, wieso einzelne Songs gut laufen. So könne man zukünftiges Verhalten eigener Musik nicht voraussagen und Songs nicht effektiv vermarkten. „Spotify hat ein großartiges System für die Nutzer“, fasste M. Shadows zusammen – nicht allerdings für Musiker.

Musiker verteidigt Spotify

Anders als viele andere Kritiker des Streaming-Anbieters sieht er den Grund dafür allerdings nicht bei Spotify selbst. Streaming an sich sieht er als logische, zeitgemäße Entwicklung: „Keiner wird auf einen Roadtrip gehen, auf der Website jedes einzelnen Künstlers einzeln die neueste Platte herunterladen und dort streamen. Das ist, als würde man einen AAA-Film drehen, ihn aber nicht auf Netflix und nicht in den Kinos zeigen – wer sieht ihn dann an? So wie das Konsumverhalten in Amerika ist, wollen wir eine einfache Bedienung“, verteidigte der Avenged Sevenfold-Kopf das System.

Der Fehler, so M. Shadows, liege eine Stufe weiter unten – bei den Labels. „Es gibt jetzt all diese alten Verträge mit Platten-Labels, an die die meisten Leute gebunden sind, die eine Tantieme auf den Prozentsatz erhalten, den Spotify ihnen zahlt. Sagen wir, Spotify zahlt 0,003 Cent pro Play – dann bekommen die meisten Bands etwa 24 Cent pro eingenommenem Dollar. Aber das liegt nicht an Spotify, sondern an den Labels, die schlechte Verträge haben.“ Genauer ging der Musiker nicht auf das viel kritisierte System ein.


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