Maik Weicherts Kolumne: Here we go to the temple of consumption

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Heaven Shall Burn Maik Weichert
Heaven Shall Burn 19.03.2010 Session
Weimar – , Germany

Eines der schönsten Dinge am Musikerleben ist, dass man für lau durch die ganze Welt geschippert wird und andere Kulturen kennenlernen darf. Es macht Freunde, Verwandten und Bekannten eine Kleinigkeit aus der Fremde mitzubringen. Egal ob 300 oder 3.000 km entfernt, etwas Besonderes findet sich eigentlich überall.

Aber ist das wirklich noch so? Immer öfter laufe ich durch die Einkaufsstraßen dieser Welt und ich weiß nicht mehr, ob ich grad in Bangkok oder Bottrop, am Main oder in Miami bin. Überall sehe ich die gleichen Geschäfte, die gleichen Franchise Marken, die gleichen Dienstleistungsunternehmen. Warum sollte ich jemandem einen Swarowski Kristalldingsbums aus Warschau oder eine Prada-Krawatte aus Dresden mitbringen? Es ist wirklich unglaublich aber es scheint so, als sei jede Fußgängerzone dieser Welt mittlerweile gleichgeschaltet.

Innerhalb Deutschlands ist es noch schlimmer, da kann ich vorhersagen, wenn ich einen McDonalds und einen Mediamarkt nacheinander sehe, dass die nächste Hausnummer entweder eine Bäckerei oder eine Apotheke ist. Ich bin nun wirklich niemand, der sein Taschengeld immer in Tante Emmas Bonbonglas gesteckt hat und das hier soll auch kein nationalistisches Anti-Globalisierungsgesülze werden, aber wenn ich in manchen Touristen-Metropolen außer wirklichem Touri-Kitsch nichts mehr ergattern kann, was sich als örtliche Spezialität oder Besonderheit identifizieren lässt, dann ist das schon traurig. Was soll ich denn mit einer russischen Holzpuppe Made in China?! Oder von Nestle hergestellter Schokolade aus Brüssel?

Gibt es den Bäcker noch, bei dem ihr als Kinder immer den leckeren Kuchen gegessen habt, oder das Antiquariat, das dieses furchteinflößende Öl-Gemälde im Schaufenster hatte? Gibt es denn den Plattenladen noch, in dem ihr eure erste Metal-Scheibe gekauft habt? Bei mir nicht – und das finde ich traurig! Stattdessen gibt es die Filiale einer Großbäckerei, einen Handyladen und einen Saturngroßmarkt.

Mich kotzt es einfach an, wenn in München die Semmel genauso schmeckt wie die Schrippe in Berlin. Aber meistens merken wir wahrscheinlich gar nicht, was uns nach und nach an Vielseitigkeit verloren geht.

Noch schlimmer sind diese US-mäßigen Shopping-Center. Ganze Einkaufstraßen und Innenstädte gehen dadurch den Bach runter. Das, was früher 100 Einzelhändler zusammen verdient haben, schöpft nun ein einziger Center-Betreiber ab. Da wird der Kunde zum Konsum geführt wie die Kuh ins Melk-Karussell. Keine störenden Penner oder Straßenmusikanten. Kein Handyempfang oder schmutzige Tauben. Mir sind solche Betonklötze wirklich zuwider. Viele Leute pilgern aber am Wochenende regelrecht dorthin – wie in einen Tempel. Innen sieht auch alles gleich aus: Elektromarkt, Billig-Bekleidungskette, Fress-Etage, Kino – was will man mehr?!

Wenn ich wissen will, wie am Montag die Tussen in der BWL-Bibliothek aussehen, muss ich am Samstag nur ins H&M Schaufenster gucken (hatte ich den Satz schonmal verwurstet oder hab ich mir das nur gedacht damals?!). Wenn ich in Wien einen Kaffee trinken will, gehe ich doch nicht zu Starbucks?! Oder warum sollte man bei Nordsee in Hamburg Fisch essen gehen? Aber so viele Leute tun es eben doch, das will mir nicht in den Kopf… Und kommt mir jetzt niemand mit dem Geschwafel, „naja kann sich eben nicht jeder etwas anderes leisten“ – das ist einfach Quark. Das Kilo Äpfel vom Gemüsemarkt kostet auch nicht mehr, als der überzuckerte Fertig-Smoothie vom Burger King. Und die Vollblondierung mit Dauerwelle ist beim Dorfsalon garantiert billiger als bei der hippenTechno-Friseuer-Kette im Shopping Center (hat Deutschland überhaupt so viele Köpfe wie es hier Friseure gibt!?).

Naja, wie immer habe ich auch keine Lösungen für diesen Missstand – nur jede Menge Abscheu. Seid euch einfach bewusst wie viel Glück ihr habt, wenn es den Spielzeugladen eurer Kindheit noch gibt! Wer weiß wie lange noch…

 

Axel Jusseit Krefeld Germany
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Metal vs Krieg: Die wichtigsten Songs

Nicht nur aktuell werden aus guten Gründen viele Song-Initiativen gegen den Krieg in der Ukraine gestartet. Lieder, die sich mit diesem Thema beschäftigen, stehen im Metal- und Rock-Genre schon lange in guter Tradition. Einige der größten Hits solch ruhmreicher Bands wie Metallica, Black Sabbath oder System Of A Down thematisieren Krieg und/oder seine Folgen auf die Menschen. Trotz unterschiedlicher Konfrontationsbezüge (Erster Weltkrieg, Vietnamkrieg, Irakkrieg...) vereint sämtliche Stücke die Kernaussage, dass Krieg ein sinnloses Grauen darstellt. Findet hier eine Auswahl der berühmtesten Anti-Kriegs-Songs. Metallica ‘One’ Die Geschichte hinter ‘One’ (von ... AND JUSTICE FOR ALL, 1988)beschäftigt sich mit einem schrecklich verwundeten…
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