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Marty Friedman hält Herkunft & Zugehörigkeit für überbewertet

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Seit 2003 lebt und arbeitet der ehemalige Megadeth-Gitarrist Marty Friedman im Land der aufgehenden Sonne. Im Interview mit The Metal Voice wurde er jüngst gefragt, ob er sich jemals isoliert oder nicht zugehörig fühle. Seine Antwort überrascht ein wenig.

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„Oh, das ist eine ausgezeichnete Frage. Und ich bin definitiv die Minderheit hier. Bei den meisten meiner Tätigkeiten bin ich der einzige Nicht-Japaner im Raum – im Studio, an dem Veranstaltungsort, an dem man spielen kann. Ich mache eine Show, es sind Tausende von Leuten da, und ich bin der einzige Ausländer im Raum.“ Da über 90 Prozent im Land japanischer Herkunft sind, sei dies seiner Meinung nach etwas, womit man rechnen müsse.

Einen Beitrag leisten

So habe er ziemlich schnell verinnerlicht, dass „ich auf keinen Fall dazugehören werde. Aber ich kann sicher koexistieren und etwas zur Party beitragen. Und ich kann auf jeden Fall etwas daraus machen.“ Laut Marty Friedman, wird Zugehörigkeit „extrem überbewertet.“ Ihm zufolge sei dies auch das falsche Ziel. „Man muss nicht dazugehören. Was ist das Tolle an der Zugehörigkeit? Wenn man einen Ort findet, an dem man gerne ist, ist man dort gerne und leistet seinen Beitrag.“

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Nicht nur die Zugehörigkeit, sondern auch „die Trennung von Menschen aufgrund ihrer Rasse wird ebenfalls sehr überbewertet.“ So sei es für ihn überaus unwichtig, woher ein Mensch kommt. Sucht er beispielsweise Musiker für eine Band, legt er Wert auf das Können (und den Charakter), nicht auf die Abstammung. Ähnlich äußert er sich wohl auch in seinem Buch ‘Dreaming Japanese’, welches im Dezember 2024 erschienen ist.

Der Elefant

Er selbst erfährt das immer wieder am eigenen Leib. „Tatsächlich sagen mir viele Leute, nachdem sie jahrelang mit mir zusammengearbeitet haben: ,Ich habe völlig vergessen, dass du Amerikaner bist‘“, nachdem sie hörten, wie er Englisch spricht. Das kommt jedoch nur vor, wenn er mit seiner Familie oder nicht-japanischen Medien kommuniziert. Das liege jedoch einfach nur daran, „weil ich so viel gelernt habe. Aber es ist nicht zu verwechseln mit Zugehörigkeit, denn ich bin sozusagen noch immer der Elefant im Raum.“

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Heidi Skrobanski schreibt freiberuflich unter anderem für METAL HAMMER. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.

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