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METAL HAMMER PODCAST Folge 1 mit Doro Pesch https://www.metal-hammer.de/wp-content/uploads/2020/11/27/09/mh-podcast-beitragsbanner.gif

METAL HAMMER Paradise: So war der Freitag

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Liebe Rocker,

angesichts der brutalen Terrorangriffe in Frankreich scheint alles andere unwichtig zu werden. Doch die Anschläge richten sich gegen unsere persönliche Freiheit und unsere Lebensweise. Daher werden wir den feigen Terroristen nicht die Chance geben, uns die Freude an der Musik und an den gelungenen Shows beim METAL HAMMER Paradise zu nehmen. Aus diesem Grund werden wir natürlich weiter vom Weissenhäuser Strand berichten und der sinnlosen Brutalität das Maximum an Metal und Lebensfreude entgegenstellen. Jetzt erst recht!

Eure METAL HAMMER Online-Redaktion

METAL HAMMER Paradise: Der Freitag

Der Freitag beim Metal Hammer Paradise beginnt stark. Nachdem es sich die METAL HAMMER-Crew in den komfortablen Appartements am Weissenhäuser Strand gemütlich gemacht hat und anschließend mit Verpflegung aus einem der Restaurants nachgelegt hat, wird es für Besucher und Redaktion um 1700 ernst.

Mit den Truckfighters und Battle Beast eröffnen gleich zwei Hochkaräter das beste Metal-Indoor-Festival im Norden. Vor allem die Finnen um Frontfrau Noora Louhimo legen vor einem bis auf den letzten Platz vollen Baltic Ballroom gnadenlos los. ‘Far Far Away’, ‘Unholy Saviour’, ‘Out On The Streets’ oder ‘Neuromancer’ bringen die Stimmung im Saal auf den Siedepunkt, während vor der Tür viele Fans nicht mehr eingelassen werden können, da der Andrang einfach zu groß ist. Wenn das kein Einstand nach Maß ist!

The Vision Bleak
Danach wird es in der ebenfalls picke-packe vollen Riff-Alm schwermütig: die Gothic Metal-Instanz The Vision Bleak bietet abgründigen Einblick in ihre finstere Welt – und wird vom Publikum beinahe etwas zu euphorisch abgefeiert. Highlight: Der Hit ‘Kutulu!’ vom Album CARPATHIA – A DRAMATIC POEM. Die dramatisch vorgetragene Beschwörungs-Formel „Ia, Ia Ktulu Fthaghn! Ia R’lyeh! Ktulu Fthaghn!“ schallt herrlich finster aus den Boxen. Stark!

Dagoba
Die bereits seit 1997 bestehenden Groove-Metaller Dagoba beweisen im Anschluss, dass sie auch auf der kleinen Riff-Alm bestehen können – und man letztendlich froh sein kann, dass der Laden stehengeblieben ist. Die unheimlich drückende Mischung, irgendwo in der Mitte zwischen Lamb Of God und Five Finger Death Punch reißt nämlich alle mit – und motiviert zu Circle-Pits, Stagediving und ausgiebigen Moshpits. Und da ist selbst dem härtesten Kuttenträger mit dem Rücken voller NWOBHM-Patches egal, wie modern die Franzosen klingen. Stattdessen lässt er lieber die Haar fliegen. Spiel, Satz und Sieg: Dagoba!

The Haunted
Auch die schwedischen Death-Thrasher The Haunted reißen ordentlich ab, auch wenn der Baltic Ballroom aufgrund des mit J.B.O. doch sehr mächtigen Gegenprogramms auf der Maximum Metal Stage nicht ganz den Füllstatus wie bei Battle Beast erreicht. Dennoch macht diese Thrash-Attacke mächtig Druck. Besonders beeindruckend: Drummer Adrian Erlandsson, der ein komplettes The Haunted-Set abreißt, nur um zwei Stunden mit At The Gates auf der gleichen Bühne erneut anspruchsvolles Hochgeschwindigkeits-Gebolze abfeuern zu müssen.

Subway To Sally
Auch der deutschen düster-Instanz Subway To Sally gelingt es im Handstreich, das volle Zelt vor der Maximum Metal Stage mitzureißen. Eine Setlist voller Hits und Eric Fish in Feierlaune sind eben Garanten für eine sympathische Gothic-Party ohne Abstriche. Auch wenn die Gruppe immer wieder mit kleinen Tonschwierigkeiten zu kämpfen hatte, hielt das die Menge in keiner Weise vom Mittanzen und Mitfeiern ab. Fish und Konsorten wissen eben, wie sie ihre Anhänger anpacken müssen um die gewünschte Stimmung zu erzeugen.

Moonspell

Einen weiteren, emotionalen Höhepunkt setzen die Portugiesen Moonspell, die sich am besten mit einem guten Rotwein vergleichen lassen: Je älter, desto besser – gereift schmeckt vollmundiger! Trotzdem gelingen den Südländern nicht nur Songs ihres aktuellen Albums EXTINCT wie der Titel-Song oder das überragende ‘The Last Of Us’, sondern natürlich auch ihr obligatorischer Über-Hit ‘Alma Mater’ in Perfektion. Das Quintett um Sänger Fernando Ribeiro präsentiert sich nicht nur musikalisch groß, sondern auch in gewohnt sympathischer, aufeinander eingespielter Form. Kein Wunder also, dass der gut gefüllte Ballroom teils emotional ergriffen schwelgt und sich teils von den einschlagenden Riffs mitreißen lässt – hier und da sind sogar einige inbrünstige Mitsinger mit geballten Fäusen zu sehen. Ein wundervolles schwarz-romantisches Intermezzo – nicht nur für die Gotenfraktion!

At The Gates
Muss man über At The Gates eigentlich noch Worte verlieren? Vermutlich nicht. Die Gründerväter des schwedischen Melodic Death Metal veröffentlichten in den Neunzigern das überragende Grundlagenwerk SLAUGHTER OF THE SOUL, bevor sie viel zu lange in der Versenkung und anderen Projekten verschwanden. Mit AT WAR WITH REALITY kehrten sie 2014 spektakulär zurück – und zerlegen auch heute den Baltic Ballroom gnadenlos in seine Einzelteile. Zugegeben, die Jüngsten sind die Schweden zwar nicht mehr, ihrer Spielfreude tut das aber keinen Abbruch. So geht Melodic Death Metal, Freunde. Brutal, melodisch, gnadenlos, perfekt vorgetragen. Ein Highlight des Freitags!

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