Im Oktober 2022 verkündete Mick Mars, sich aufgrund seines zunehmend schlechteren Gesundheitszustands vom Tour-Leben mit Mötley Crüe zurückzuziehen. Er versicherte jedoch, weiterhin Mitglied der Band bleiben zu wollen und dass John 5 seinen Platz auf der Bühne einnehmen würde. Nur sechs Monate später reichte er beim Superior Court des Los Angeles County Klage gegen Mötley Crüe ein. Mars behauptete, seine Kollegen hätten eine weitere Gewinnbeteiligung seinerseits an den Band-Geschäften verhindern wollen.
Gewinner und Verlierer
Nun fiel ein Urteil im Rechtsstreit. Laut einer Stellungnahme des Anwalts von Mötley Crüe entschied der Richter vollständig zugunsten der Band. Mars habe jeglichen Anspruch auf Tourneeeinnahmen verloren, als er beschloss, nicht mehr zu touren – eine Regel, die Mars angeblich selbst gefordert und 2008 in den Band-Vertrag aufgenommen hatte. Diese Klausel sieht ausdrücklich vor, dass ein Mitglied, das nicht mehr tourt, nicht an den Tourneeeinnahmen beteiligt wird.
Trotz dieser Vereinbarung forderte Mars später, weiterhin 25 Prozent der Einnahmen auf unbestimmte Zeit zu erhalten, obwohl er nicht mehr auftrat. Der Richter wies diese Forderung entschieden zurück. Der Schiedsspruch bestätigte zudem die Entscheidung der Band, den Gitarristen aus rechtlichen Gründen als Vorstandsmitglied und Geschäftsführer zu entlassen. Mars wurde zu einer Rückzahlung von über 750.000 US-Dollar wegen nicht eingetriebenen Tourneevorschüssen verpflichtet.
Rehabilitation
Der Fall hat jedoch eine weitreichendere Bedeutung, die über geschäftliche Streitigkeiten von Bands hinausgeht. In der Vergangenheit behauptete Mick Mars zudem öffentlich, dass die Band nicht live spiele. Insbesondere Nikki Sixx‘ Bass und Tommy Lees Schlagzeug seien vorab aufgenommen worden. Diese Anschuldigungen hielten einer genauen Prüfung nicht stand. Angesichts umfangreicher Live-Aufnahmen sowie der Aussage seines eigenen Experten musste Mars unter Eid zugeben, dass seine Aussagen falsch waren.
Mötley Crües Anwalt kommentiert: „In diesem Streit ging es darum, die Integrität und das Vermächtnis einer der erfolgreichsten Bands der Rock-Geschichte zu schützen. Da der Schiedsrichter alle Ansprüche zurückwies und die schriftlichen Vereinbarungen der Parteien durchsetzte, wurde die Band vollständig rehabilitiert – rechtlich, finanziell und faktisch.“
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