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Mötley Crüe: Mick Mars nennt Schlichterurteil „lächerlich“

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Vergangene Woche gab es ein Urteil im Rechtsstreit zwischen Mötley Crüe und ihrem einstigen Gitarristen Mick Mars. Der Schlichter entschied dabei zugunsten von Mötley Crüe, was der Anwalt von Mars für „lächerlich“ hält. „Die Entscheidung ist entsetzlich“, lässt Ed McPherson über den US-amerikanischen Rolling Stone ausrichten. „Die Band war niemals fair zu Mick.

Ad acta legen?

Als Mick sagte, er könne wegen einer abscheulichen Krankheit nicht mehr auf Tour gehen, aber weiterhin komponieren, Einzel-Shows spielen und aufnehmen, sagten sie: ‚Tut uns leid, Mick. Es waren 43 Jahre, aber du bist raus. Auf Wiedersehen. Und wir wollen dich nicht mehr bezahlen.‘ Der Schlichter sagte, das sei in Ordnung. Wir müssen nun herausfinden, ob wir die Entscheidung anfechten wollen. Sie ist lächerlich. Die Frage ist einfach, ob wir das weiterverfolgen wollen. Im Grunde hat er mit Mötley Crüe abgeschlossen.“

Mick Mars leidet an ankylosierender Spondylitis — einer chronischen, entzündlich-rheumatischen Erkrankung, die mit Schmerzen und einer Versteifung von Gelenken einhergeht. Da sich deswegen sein gesundheitlicher Zustand verschlechtert hatte, wollte Mick nicht mehr auf Konzertreise gehen. In Folge hatten Mötley Crüe den Gitarristen gefeuert, weil er seinen vertraglichen Tour-Pflichten nicht mehr nachkommen konnte.

Alles rechtens

Der Stellungnahme des Mötley Crüe-Anwalts zufolge hat der Richter vollständig zugunsten der Band entschieden. Das Fazit, dass Mars jeglichen Anspruch auf Tourneeeinnahmen verloren hat, als er beschloss, nicht mehr zu touren, ist somit schlüssig. Diese Regel hatte Mick Mars laut Tommy Lee, Nikki Sixx (und Nachfolger John 5) selbst gefordert und 2008 in den Band-Vertrag integrieren lassen. Laut dieser Klausel wird ein Mitglied, welches nicht mit auf Tour geht, auch nicht an den Tourneeeinnahmen beteiligt. Mars forderte trotzdem, weiterhin 25 Prozent der Live-Einnahmen zu bekommen.

Außerdem befand der Schlichter die Entschluss von Mötley Crüe, Mick Mars aus rechtlichen Gründen als Vorstandsmitglied und Geschäftsführer ihrer Bandfirma abzusetzen. Des Weiteren wurde Mars dazu verdonnert, 750.000 US-Dollar an nicht eingetriebenen Tourneevorschüssen zurückzuzahlen. Mötley Crües Anwalt kommentierte: „In diesem Streit ging es darum, die Integrität und das Vermächtnis einer der erfolgreichsten Bands der Rock-Geschichte zu schützen. Da der Schiedsrichter alle Ansprüche zurückwies und die schriftlichen Vereinbarungen der Parteien durchsetzte, wurde die Band vollständig rehabilitiert — rechtlich, finanziell und faktisch.“


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Lothar Gerber schreibt freiberuflich unter anderem für METAL HAMMER. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.

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