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Moonspell: Die Hörprobe von HERMITAGE

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Unter normalen Umständen hätte die Annahme der persönlichen Einladung, Moonspell und ihren Produzenten Jaime Gomez Arellano in dessen englischen Studio zu besuchen, nie in Frage gestanden. Doch in Zeiten der Pandemie muss auch METAL HAMMER sorgfältig abwägen. Wie ihr diesem Bericht entnehmen könnt, fiel unsere Entscheidung positiv aus.

Die Hörprobe: HERMITAGE

VÖ: 26.2.

The Greater Good

Vom gemächlichen Einstieg über den hallenden Gitarren-Sound bis hin zu Fernandos Klargesang lässt sich der fantastische erste Song als Verbeugung vor Pink Floyd verstehen. Krachende Saiteneinsätze und wölfische Gesangsausflüge runden diesen Leckerbissen mit metallischer Würze ab.

Common Prayers

Moonspell legen mit Groove los und fahren ein zweigleisiges Kontrastprogramm aus Heavy-Tradition mit Orgeluntermalung im Wechsel mit moderner Härte und etwas Elektronik. Melancholische Momente lassen an Fado-Feeling im „Tool-Stil“ denken.

Entitlement

Eine gotisch angehauchte Halbballade mit eingängig-poppigem Refrain und düster schwebenden Passagen knüpft an den „Southern Death Style“ von ANTIDOTE an. Piano, Gitarren und Gesang erzeugen unterschwellige Dunkelheit und lauernde Bedrohlichkeit.

Der Rufer in der Wüste

Hermitage

Der Titel-Track hält einen stampfenden Midtemporhythmus. Stimmlich gibt sich Fernando als „Rufer in der Wüste“. Ricardo verziert ein hypnotisches Riff mit feinen Variationen im Kontrast zur massiven Heavy Metal-Epik des Refrains.

Solitarian

Eine getragene Melodie und die Abfolge von sanften und härteren Abschnitten definieren dieses instrumentale Zwischenspiel. Eine aromatische Pink Floyd-Note erzeugt eine Verbindung zum ersten Song.

The Hermit Saints

Fernandos warme Stimme wird multipliziert. Die daraus entstehenden fetten Chöre bleiben im Hintergrund aktiv. Zusammen mit attackierenden Gitarren wächst daraus eine wuchtige Hymne. Lediglich das Keyboard sorgt für eine kurze Atempause.

Raum für Metal und Magie: Ricardo Amorim (l.) mit dem Studioeigentümer

All Or Nothing

Südliche Leichtigkeit: Fernando liefert charmanten Klargesang, und die Gitarren verführen auf akustische Weise. Ricardo streut schicke Soli im Roger Waters-Gedächtnis-Sound ein. Luftiger Sommer-Rock, doch in der Ferne grollt bereits der Donner.

Apophthegmata

Pedros Piano leitet ein. Ricardos Gitarre übernimmt mit gespenstischem Klang und macht dann Radau. Stetige dynamische Wechsel werden von einer wiederkehrenden, poppigen Achtziger-Phrase zusammengehalten, die sich verblüffend eng an die Black-Schmonzette ‘Wonderful Life’ anlehnt.

Without Rule

Nach einem bluesigen Einstieg unterlegt von schickem Keyboard-Flimmern erhöhen die Portugiesen im Finale beharrlich den Druck, bis sie das Stück zu einem satten Kracher aushärten. Fernando singt sehr subtil, und Ricardo setzt auch diesem Sahnestück eine knackige Solokirsche auf.

Fazit: Selbst im Rohzustand zeichnet sich bereits ein ebenso spannendes wie reifes Album der ­Portugiesen ab. Mit HERMITAGE schlagen ­Moonspell einmal mehr einen experimentelleren Kurs ein, was ihnen aber hörbar souverän gelingt.

Den kompletten Listening Report mit Moonspell findet ihr in der aktuellen METAL HAMMER-Januarausgabe, erhältlich am Kiosk oder indem ihr das Heft per Mail bestellt. Noch einfacher und günstiger geht’s im Abo!

(c) Moonspell
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