Motörhead: Alles auf eine Karte

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Nach einem eher mühseligen Karrierestart hatte der 1979er-Doppelschlag von OVERKILL und BOMBER MOTÖRHEAD in ihrer britischen Heimat endlich die ersten (Chart-)Erfolge beschert. Ende der Siebziger ist die Band schließlich sogar so heiß, dass selbst das lange Zeit im Label-Giftschrank Staub ansetzende, ursprünglich 1975-1976 eingespielte Debütalbum nun unter dem Titel ON PAROLE das Licht der Welt erblickt. Den Lauf, den Lemmy und Co. gerade haben, gilt es also mit der nächsten offiziellen Studioscheibe fortzuführen – und im Idealfall sogar noch gewinnbringend auszubauen. Genauso kommt es.

Zwar hatte die Band schon auf dem fulminanten Vorgängerdoppel aus OVERKILL und BOMBER (beide 1979) ihren Erkennungs-Sound gefunden und sich als Traumtrio bestens eingespielt, doch für dieses Motörhead-Album sollte sich alles noch etwas ausformulierter gestalten. „ACE OF SPADES wurde ein kleines bisschen mehr zu einem produzierten Album“, erinnert sich Clarke, und damit sogar an so etwas wie eine Vorproduktionsphase zurück, was für die geschwindigkeitsverliebten Speed-Freaks bis dato ein ziemliches Novum darstellt. „Wir gingen für die Vorproben für zwei Wochen nach Rockfield (Studiokomplex in Wales – Anm.d.A.). Dort konnten wir Lemmy aber nicht zum Proben bewegen. Phil (,Philthy Animal‘ Taylor, Schlagzeuger – Anm.d.A.) und ich waren die ganze Zeit da, und Lemmy schneite lediglich ab und zu rein, weil er es einfach hasste.“

Das definiertere Motörhead-Album

So wird die Hauptarbeit schließlich in sechs Wochen in den Jackson’s Studios im englischen Rickmansworth unter der Ägide eines neuen, alten Produzenten erledigt. Vic Maile, den Lemmy schon von seiner Klangkunstfertigkeiten für Hawkwinds SPACE RITUAL (1973) kennt (und schätzt), übernimmt diesmal die Pultposition und verlangt der Band manchmal mehr ab, als ihr lieb ist. Von den draufgängerischen Drei aufgrund seines Äußeren liebevoll mit dem Spitznamen „Schildkröte“ versehen, triezt Maile Motörhead wie ein unnachgiebiger Trainer, der nicht nur auf gute, sondern Bestleistungen zielt – und kommt damit ob seiner schmächtigen Statur bei den Rocker-Raubeinen sogar durch. So ist es Maile, der beim bekannten Opener und Titel-Track von ACE OF SPADES auf die Perfektionierung des prägnanten Erkennungs-Riffs drängt und die nicht minder markante Percussion-Einlage zur Song-Mitte einfordert.


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