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My Dying Bride: Die Sirenen von Yorkshire

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Permanente Nässe

Der Westen Yorkshires, My Dying Brides hügelige Heimat der schmalen Täler, ist für seine ausdauernden Niederschläge berüchtigt. Nordwestlich von Aarons Wohnort, der Stadt Halifax, schließt sich das Moorgebiet der South Pennines an. Durch das Zentrum fließt der Fluss Calder, der in den letzten Jahren nach Dauerregen mehrmals weit über seine Ufer trat. Doch die Nordengländer scheinen nicht genug Nässe zu bekommen. In ihrem aktuellen Video­clip zum neuen Song ‘Thornwyck Hymn’ spielt die Band unter Dauerberieselung auf.

Dieser Versuch, Aaron von der Literatur sanft in Richtung des frischen Meisterwerks A MORTAL BINDING zu lenken, funktioniert: „Nun, der schlimmste Moment in dem Regenstudio war gekommen, als das Wasser schließlich auch in die Ritze meines verlängerten Rückgrats triefte“, schmunzelt Aaron. „Immerhin handelte es sich um angewärmtes, sauberes Leitungswasser. Das war deutlich angenehmer als der Dreh für ‘Your Broken Shore’. Dieser fand vor rund vier Jahren im November statt, und mir stand die kalte, starke Flussströmung wortwörtlich bis zum Hals.“ Zum Glück ging die Schauspielerei unterm Sprinkler zügig voran: „Ich möchte nicht angeben, aber ich bin so etwas wie ein One-Take-Genius“, gibt der Sänger mit beim Videoanruf sichtbaren Stolz zu Protokoll.

Folklore und Traditionen

„Andere frieren bei der Regieanweisung – schau, da ist eine Sirene, Action – auf der Stelle ein, aber ich verschmelze mit meinem Charakter, und schon rolle ich auf dem Boden im Wasser rum. Ich liebe es! Das funktioniert bei mir ohne Zwang, ganz natürlich, ebenso wie auf der Bühne.“ Aarons berühmte Anspannung vor jedem Konzert endet exakt in dem Moment, sobald er das Mikrofon erreicht und in seine Rolle schlüpft. Verantwortlich für die Idee zum filmischen Feuchtbiotop ist die lyrische Geschichte von ‘Thornwyck Hymn’. „Vor einigen Jahren fiel mir auf, wie sehr sich skandinavische Bands von der Folklore und den Traditionen ihrer Heimat inspirieren lassen“, holt der Autor ungerührt weit aus.

„Da dachte ich mir, dass sich britische Bands davon ruhig eine Scheibe abschneiden könnten. Ich hörte mich also in Yorkshire um und fand heraus, dass sich hier in beinahe jedem Dorf lokale Legenden erzählt werden. Das erste Ergebnis meiner Suche war ‘The Barghest O’ Whitby’. Ein riesiger schwarzer Hund, der durch das Moor streift und kleine Kinder frisst, passt doch hervorragend zu My Dying Bride. Zuletzt beschäftigte ich mich mit der Küstenregion, wo ich auf reichlich Seemannsgarn stieß.“

Fiese Fischweiber

Bei Thornwick Bay, auf halbem Weg zwischen Scarborough und Kingston Upon Hull gelegen, wurde Aaron fündig. Die dortigen Meerjungfrauen zeichnen sich durch besondere Bösartigkeit aus. Bevor der dänische Dichter Hans Christian Andersen und in dessen Gefolge der Disney-Konzern diese mythischen Meereswesen verkitschten, lockten sie in alten Geschichten mit ihren Reizen und Sirenengesängen hauptberuflich Seeleute in ein nasses Grab. Vor den fiesen Fischweibern von „Thornwyck“, was laut Aaron „cooler aussieht“, sind Männer nicht einmal auf Land sicher. Mit verführerischen Liedern werden sie nachts aus dem Haus gelockt.

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Sobald sie aufs Meer hinausschwimmen oder -rudern, werden die Opfer ihrer Begierde in die Tiefe gezogen. „Die mystische Kraft der Meerwesen faszinierte mich so sehr, dass ich daraus eine Geschichte gewoben habe“, ergänzt der Engländer. „Ich bin mir aber nicht sicher, ob ich weiter auf diesem Pfad wandeln sollte. My Dying Bride sind keine Folk Metal-Band.“ Hoffentlich trägt Aaron das Thema lokale Legende nicht zu Grabe, denn etwas Abwechslung von den üblichen Subjekten der Engländer wie Leid, Schmerz, Tod und Trauer kann nicht schaden.

Warum sich Aaron nicht als Sänger sieht, an welche Grenzen er im Studio geht und wie digital-affin My Dying Bride sind, lest ihr in der METAL HAMMER-Maiausgabe 2024, erhältlich am Kiosk oder indem ihr das Heft bequem nach Hause bestellt. Noch einfacher und günstiger geht’s im Abo!

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