Paradise Lost: Interview zu FAITH DIVIDES US – DEATH UNITES US

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Das aktuelle Paradise Lost Album FAITH DIVIDES US – DEATH UNITES US spaltet die Fan-Gemeinde. Es gibt diejenigen, die sich über die neu entdeckte Härte freuen, auf der anderen Seite steht die Fraktion, die den großen Melodien vergangener Tage hinterher trauert. „Ist das so?“, grantelt Nick Holmes gleich drauflos. „Ich habe bis jetzt nur positive Reaktionen auf die neue Platte gehört. Und das wundert mich nicht, denn sie fühlt sich für mich sehr frisch und lebendig an. Wir wollten ein modernes, aggressives Album machen, das die Stärken unseres bisherigen Schaffens von DRACONIAN TIMES (1995) über HOST (1999) bis zu unseren letzten Werken bündelt, ohne dabei die Melodien zu vernachlässigen.“

Genau an diesem Punkt gehen die Meinungen aber auseinander. Irgendwie hat man den Eindruck, dass die Band seit PARADISE LOST (2005) eher damit beschäftigt ist, jeweils ihr härtestes Album zu machen. Aber ist eine harte Platte gleichzeitig auch eine gute Platte? „Nein, absolut nicht. Härte kann niemals kompositorisches Können kompensieren. Darum sind viele Death Metal Bands im Prinzip auch purer Schrott sind. Wir selber hören ja mittlerweile sehr viele verschiedene Musik-Stile, aber irgendwie zieht es uns halt immer wieder zum Metal zurück – und da gehört eine gesunde Portion Härte einfach dazu.“

In der Tat scheint Nick Holmes von seiner Arbeit vollends überzeugt zu sein. Immerhin hat er bereits im Vorfeld der Veröffentlichung posaunt, FAITH DIVIDES US – DEATH UNITES US solle „das ultimative moderne Gothic Metal Album“ werden. „Echt? Das hat doch sicher jemand von der Plattenfirma gesagt. Mein Gott, da hab ich halt irgendwas dahergeredet, weil man den Journalisten ja immer irgendeinen Blödsinn stecken muss. Aber es stimmt schon: Ich kenne keine einzige aktuelle Gothic Metal Scheibe, die besser ist als unsere. Du etwa?“ Die letzten Sachen von End Of Green und Moonspell waren beispielsweise okay, im weiteren Sinne natürlich auch die von Katatonia und Amorphis. „Kenn ich eh alle nicht.“ Auch egal.

Im Herbst gehen Paradise Lost jedenfalls wieder auf ausgedehnte Europa-Tournee, und es bleibt zu hoffen, dass sie sich in stärkerer Verfassung präsentieren als auf ihren Festival-Auftritten im letzten Jahr, die teilweise als glatte Bankrott-Erklärungen durchgingen. „Pfffft! Festivals sind sowieso der beste Ort, um eine Band in der schlechtesten Verfassung zu erleben, denn man hat kaum einen Soundcheck, die meisten Leute sind schon rotzbesoffen oder liegen am Boden und die anderen interessiert die Band sowieso nicht. Wenn du die wahren Paradise Lost sehen willst, musst du zu einem Club-Konzert gehen. Außerdem weiß ich nicht, was du unter ’schlechter Auftritt‘ verstehst. Wenn du damit Headbangen und Rumhüpfen meinst – das mach ich sowieso nicht. Da konzentriere ich mich lieber darauf, eine achtbare Gesangsleistung abzuliefern.“

So grummelt der Sänger noch ein wenig weiter, bevor er final erklärt: „Ich bin vielleicht ein Zyniker, aber in Wahrheit bin ich fast immer sehr gut aufgelegt und alles andere sind dumme Gerüchte.“

Haben wir es doch gewusst…

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