Queensrÿche: 36 Jahre OPERATION: MINDCRIME

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Es lässt sich argumentieren, dass Queensrÿche eine Schlüsselrolle bei der Geburt und Entwicklung des Progressive Metal gespielt haben. Tatsächlich waren sie und Prog Metal so eng miteinander verbunden, dass sie sich gegenseitig beeinflusst haben. Obwohl das Genre Mitte der Achtziger langsam aufkam und Queensrÿche-Platten wie THE WARNING (1984) oder RAGE FOR ORDER (1986) als wichtige Meilensteine gelten, erreichte es erst gegen Ende dieses Jahrzehnts mit ihrem dritten Album OPERATION: MINDCRIME (1988) seinen Höhepunkt. Diese Platte wurde damals und wird noch heute gerne als eines des größten und besten Konzeptalben aller Zeiten angesehen.

Von der Bar zur Kirche

Die Idee für das Konzept des Albums kam Sänger Geoff Tate eines nachts: Nach einem Gespräch mit Mitgliedern einer politischen Aktivistengruppe in einer Bar machte er sich auf den Heimweg und fand sich kurz darauf in einer katholischen Kirche wieder. Dort ersann er eine Geschichte um einen jungen drogenabhängigen Mann namens Nikki. Dieser wird, kurz zusammengefasst, von einer politischen Extremistengruppe rekrutiert, um Morde zu begehen. Doch als er sich in eine ehemalige Prostituierte verliebt, die zur Nonne wurde, beginnt er, seine Absichten zu hinterfragen. Das fast einstündige Album ist gespickt mit überraschenden Wendungen und Themen wie Mord, Selbstmord, Drogenmissbrauch, Sex und politischen Intrigen. Durch all das zieht sich das übergeordnete Thema von Kontrolle und Korruption, das die Hörerschaft ab Sekunde eins in seinen Bann reißt.

Gitarrist Chris DeGarmo war sofort von der Idee begeistert. Nachdem auch Gitarrist Michael Wilton, Schlagzeuger Scott Rockenfield und Bassist Eddie Jackson davon überzeugt waren, verbrachten die Musiker aus Seattle vier Monate damit, die Songs zu schreiben, und weitere 18 Monate, um sie aufzunehmen. Als Produzent entschieden sie sich für Peter Collins, den sie für dessen Zusammenarbeit mit Rush sehr schätzten.

Immer gegen den Strom

Zu jener Zeit war es für Bands recht unüblich, Konzeptwerke zu erschaffen. In einem Interview (2018) erklärt Tate, warum sie diesen Schritt trotzdem gewagt haben: „Wenn man sich die Diskografie von Queensrÿche ansieht, erkennt man, dass wir uns nie darauf konzentriert haben, was jeweils populär war. Wir haben uns stetig unseren eigenen Weg gebahnt und sind ihn gegangen. Ich war auch schon immer fasziniert von Konzeptmusik und habe die Bands der Sechziger und Siebziger bewundert, die solche großartigen Werke geschaffen haben, wie THE LAMB LIES DOWN ON BROADWAY von Genesis (1974 – Anm.d.A.), THE DARK SIDE OF THE MOON und WISH YOU WERE HERE von Pink Floyd (1973 und 1975 – Anm.d.A.) sowie TALES FROM TOPOGRAPHIC OCEANS von Yes (1973 – Anm.d.A.). Diese Künstler haben diese Art von Musik gemacht und Geschichten erzählt. Ich mag die Musik dieser Ära sehr.

Letztendlich ermunterte Tate seine Band-Kollegen dazu, ein derartiges Konzeptalbum zu produzieren. Eine einzigartige Vision trieb ihn an, die er verwirklichen wollte. „Wenn man unsere ersten beiden Alben betrachtet, erkennt man deutlich, dass wir schon damals mit bildhaften Texten arbeiteten. Wir bewegten uns in diese Richtung. Bei OPERATION: MINDCRIME wollte ich einfach weiter in diese Richtung gehen, die Geschichte dann schreiben und sie der Band präsentieren.

Später Erfolg für Queensrÿche

Das dritte Werk der Truppe ist charakterisiert durch Samples, Instrumental-Passagen, theatralische Momente und eine kontinuierliche Verschmelzung von eingängigen Riffs, progressiven Rock-Rhythmen und akustischen Arpeggios. Diese bereichern sowohl die energiegeladenen Rock-Stücke als auch die einfühlsamen Passagen. OPERATION: MINDCRIME erzielte zunächst keinen sofortigen Erfolg, da es nach der Veröffentlichung lediglich den 50. Platz der Billboard Album-Charts erreichte. Es dauerte ein ganzes Jahr, bis es mit Gold ausgezeichnet wurde, während viele andere kommerzielle Metal-Bands zu jener Zeit mehrfach Platin bekamen. Doch nachdem Queensrÿche das Album während ihrer Tournee zur Promotion des 1990 erschienen Nachfolgers EMPIRE in voller Länge gespielt hatten, durften auch sie sich über Platin für ihren dritten Longplayer freuen.

Wir gratulieren zum 36. Jubiläum des Werks!

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