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Metallica: MASTER OF PUPPETS zum Teil beschleunigt im Studio

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Heute vor genau 40 Jahren erschien das vielleicht beste Thrash Metal-Album aller Zeiten: MASTER OF PUPPETS von Metallica. Darauf liefern die „Four Horsemen“ in unnachahmlicher Manier ab — James Hetfield,  Lars Ulrich, Kirk Hammett und Cliff Burton gelang der wohl perfekte Mix aus Brutalität, Epik und Gefühl. Und was die Musiker an ihren Instrumenten machen, verdient sowieso maximale Hochachtung. Besonders die Rhythmusgitarren von „Papa Het“, der mit seinem Downpicking [Saitenanschlag nur nach unten — Anm.d.A.] einen Standard setzte, gelten noch immer als sehr anspruchsvoll nachzuspielen.

Die Musik wollte es

Doch in Teilen haben Metallica den Longplayer gar nicht in Originalgeschwindigkeit eingespielt. Produzent Flemming Rasmussen erläuterte in einem Interview von 2021, dass es bezüglich der höheren Gesangsharmonien, die Hetfield einzusingen hatte, ein paar Schwierigkeiten gab: „Es ist schwer, hoch zu singen, besonders wenn man ein Mann ist. Ich weiß nicht, ob wir geschummelt haben, indem wir das Aufnahmeband verlangsamt haben. Aber ich weiß, dass wir manche Lieder auf MASTER OF PUPPETS tatsächlich tiefer aufgenommen und sie dann mittels Varispeed [Effekt in der Musikproduktion — Anm.d.A.] beschleunigt haben, sodass es sogar noch dichter wurde. Das ist einer der Tricks, die man im Studio verwenden kann.“

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Metal-Produzent Eyal Levi (unter anderem Dååth, Carnifex, Death Angel) erklärt die Vorgehensweise dabei genauer: „Für MASTER OF PUPPETS haben wir manche der schnellen technischen Teile ein klein wenig langsamer und auch ein bisschen tiefer gestimmt aufgenommen. Dann haben sie das analoge bei der Wiedergabe schneller abgespielt. Das bewirkte zwei Dinge. Erstens machte es, dass die finale Performance unmöglich tight und präzise bei fast unmenschlichen Geschwindigkeiten klang. Das Lied ‘Master Of Puppets’ nur mit Downpicking zu spielen, ist immer noch brutal schwierig. Probiert es aus. Viel Glück. Zweitens: Indem sie das Tape beschleunigt haben, klangen die Gitarren höher, wodurch sie diesen einzigartigen Glanz und diesen harten Anschlag haben.“ 

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Allerdings wehrt sich Eyal Levi entschieden dagegen, dass Metallica dies aus spielerischen Gründen gemacht haben: „Der Grund dafür ist wichtig. Es war nicht wegen eines psychedelischen Effekts, sondern um ein Level von Präzision und Aggression zu erreichen, das die Geschwindigkeit der Musik eingefordert hat. Tatsächlich ist das genau derselbe Grund, warum heutzutage so viele Bands unglaublich technische Sektionen hernehmen und sie bei — sagen wir — 95 oder 90 Prozent der Geschwindigkeit einspielen und später auf 100 Prozent erhöhen.“


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Lothar Gerber schreibt freiberuflich unter anderem für METAL HAMMER. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.

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