Caliban lieben Extreme. Darin muss der Weg begründet liegen, den die 1997 gegründete deutsche Metalcore-Formation beschreitet – und auch auf ihrem zehnten Werk GRAVITY fortführt:
Natürlich haut das Quintett wieder mit Breakdown-Geschepper auf den Putz (gelungener Einstieg: ‘Paralyzed’), vermehrt drängen sich jedoch melodischer Gesang und der Mut zu Ruhepausen (‘Crystal Skies’) dazwischen. Die Musiker beweisen sich als meisterhafte Grenzgänger und zeigen mit ‘Walk Alone’ und ‘The Ocean’s Heart’ live-taugliche Beispiele, denen die Kombination brachialer Härte und sanfter Passagen gelingt. Das balladeske ‘BrOKen’ schielt außerdem in eine (etwas weinerliche, aber) mitsingbare Epic-Core-Richtung, die aktuell auch bei Parkway Drive funktioniert und ein junges Publikum anspricht. Dass danach der Abriss ‘For We Are Forever’ erfolgt, zählt zum Pit-Gesetz; dass aber auch dazu Mitsing-Parts gereicht werden, zeigt den Anspruch dieser Gruppe.
Weiterhin lassen sich Caliban nach dem GHOST EMPIRE-Experiment erneut auf ihre Muttersprache ein (‘Mein schwarzes Herz’) – heikel, aber wagemutig, und nur eine weitere Note kurzweiliger 46 Minuten. Angesichts der Tatsache, dass die Band genau weiß, was sie tut, empfiehlt es sich selbst für core-fremde Metaller, die Scheuklappen abzulegen und sich auf diesen wilden Ritt durch die Extreme einzulassen.
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